Nachschub im „Dobschütz-Regal“

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Stefanie Mahlmeister, Leiterin der Bad Kissinger Stadtbücherei, freut sich über die 70 neuen Bücher von Literaturkritiker Sigismund von Dobschütz.
Stefanie Mahlmeister, Leiterin der Bad Kissinger Stadtbücherei, freut sich über die 70 neuen Bücher von Literaturkritiker Sigismund von Dobschütz.
Barbara Keller

Lesen  Der Literaturkritiker und Journalist Sigismund von Dobschütz hat 70 Neuerscheinungen der Stadtbücherei gespendet. Dabei handelt es sich um Rezensionsexemplare, die ihm die Verlage kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.

Seit zwölf Jahren veröffentlicht der Bad Kissinger Literaturkritiker und Journalist Sigismund von Dobschütz (77) seine Rezensionen zu Neuerscheinungen des deutschsprachigen Buchmarkts in unserer Rubrik „Lesetipps“ sowie auf verschiedenen literaturspezifischen Online-Portalen. „Ohne die großzügige Unterstützung der Verlage durch Überlassung kostenfreier Rezensionsexemplare wäre mir dies allerdings nicht möglich“, ist er allen Herausgebern dankbar. Jeweils im Januar spendet er dann seine Büchersammlung des Vorjahres der Bad Kissinger Stadtbücherei, um auch anderen Literaturfreunden deren Lektüre zu ermöglichen.

Auf die Frage einer Followerin seiner Facebook-Gruppe „Bücherkabinett“, warum er denn diese Exemplare nicht behalte, antwortete der 77-Jährige kürzlich: „In meinem Alter sollte man Bücher gerne zeitnah abgeben, bevor andere sie später entsorgen müssen.“

Gesamtwert: 2000 Euro

Diesmal waren es 70 Neuerscheinungen aus 45 Verlagen im Gesamtwert von über 2000 Euro, die er Stefanie Mahlmeister, der Leiterin der Stadtbücherei, übergeben konnte. Bei allen Büchern handelt es sich ausschließlich um von ihm nach persönlichem Interesse selbst ausgewählte Neuerscheinungen, versichert von Dobschütz.

Die Bandbreite reicht von Großverlagen bis zu unabhängigen und privat geführten Kleinverlagen, von Debütromanen unbekannter Autoren bis zu Büchern renommierter Bestseller-Autoren, von Belletristik verschiedener Genres – historische und zeitgenössische Romane oder Krimis und Thriller – über Biografien bis hin zu allgemein verständlichen Sachbüchern.

„Gerade bei den Debütanten oder Büchern unabhängiger Kleinverlage erlebe ich immer wieder manche positive Überraschung“, ermuntert von Dobschütz alle Bücherfreunde, auch mal bei Werken unbekannter Autoren und Verlage zuzugreifen.

Dies sieht Stefanie Mahlmeister ebenso: „Diese Bücher abseits des Mainstreams sind eine super Ergänzung zu unserem sonstigen Angebot, werden von unseren Kunden sehr gut angenommen und sind deshalb ständig im Umlauf.“ Die Bücher werden in einem gesonderten Regal im Eingangsbereich der Stadtbücherei präsentiert. Das aus dieser Sammlung im Vorjahr meistgelesene Buch war der Roman „Brockesstraße Beletage“ (2023) von Anette L. Dressler. Mahlmeister: „Das Buch wurde 14 Mal ausgeliehen. Kaum wurde es zurückgegeben, war es schon wieder unterwegs.“

Ab 20. Januar auszuleihen

Nach Aufnahme in den Bestand der Stadtbücherei werden nun auch die Neuerscheinungen des Vorjahres dort ab kommenden Dienstag, 20. Januar, zu den üblichen Öffnungszeiten im „Dobschütz-Regal“ zur Ausleihe bereitstehen. red