Sowohl für den Landkreis Bad Kissingen als auch für das veterinärmedizinische Diagnostiklabor Laboklin werden KI und deren Einsatzmöglichkeiten im beruflichen Alltag immer wichtiger. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass beide in die Zukunft schauen. Das war Grund genug für Mitarbeitende des Labors, nach einem Besichtigungstermin beim Zukunftslabor zu fragen. Am Donnerstag, 17. September, war es dann soweit: für zahlreiche Mitarbeitende von Laboklin gab es die Gelegenheit, einen Blick ins Zukunftslabor des Landkreises zu werfen und dabei auch das Messfeld des Deutschen Wetterdienstes kennenzulernen.
Hartmut Vierle und Marco Schmieg, die beiden Hauptakteure im Zukunftslabor, erläuterten den Anwesenden, wie moderne Technik heute zum Schutz von Natur, Mensch und Ressourcen eingesetzt werden kann.
Die Schwerpunkte des Zukunftslabors, das in der ehemaligen Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in Hausen untergebracht ist, liegen in den vier Bereichen LoRaWAN-Funktechnologie, KI-gestützte Bilderkennung, Drohnen und Digitale Bildungsregion. Dank LoRaWAN können kleine Datenmengen bei geringem Stromverbrauch über große Entfernungen übertragen werden. Die Technik eignet sich beispielsweise für Sensoren, die etwa Temperaturen, Wasserstände, Luftqualität, Verkehrsaufkommen, aber auch den Füllstand von Abfallbehältern erfassen. So kann der Landkreis eine verlässliche Datengrundlage aufbauen, Ergebnisse visualisieren und als Open Data öffentlich zugänglich machen. Weiterhin soll am Aufbau eines Hochwasserwarnsystems gearbeitet werden.
Künstliche Intelligenz wird zudem künftig sowohl im Natur- als auch Landschaftsschutz unterstützen: Mit Hilfe von Webcams und Drohnenaufnahmen können invasive Pflanzen wie die Lupine erfasst, Wildtiere beobachtet oder auch Trockenstress bei Bäumen frühzeitig erkannt werden – ein Punkt, der in Zeiten immer längerer Trockenperioden wichtiger denn je wird.
In Aura ist außerdem ein Vorzeigeweidezaun in der Entstehung; regionale Bilddaten sollen dabei gesammelt und ein frei zugängliches Erkennungsmodell entwickelt werden, das Nutztierhalter beim richtigen Umgang mit Wölfen unterstützt.
Highlight der Führung war dann die Drohnenpräsentation, deren mögliche Einsatzgebiete von der Vegetations- und Wildtierbeobachtung über Probentransporte bis hin zur schnellen Beförderung von Notfallmedikamenten oder auch Defibrillatoren reichen. Damit war der Bogen zur Medizin geschlagen, aus der die Besucher ja kamen. Als die Teilnehmer dann auch selbst kurz die Steuerung übernehmen durften, kam das natürlich gut an.
Auf dem Messfeld des Deutschen Wetterdienstes wurde deutlich, dass die meisten Wetterdatenmessungen heutzutage über Laser- bzw. Ultraschalltechnik erfolgen. Vorgestellt wurden unter anderem Messgeräte zur Bestimmung von Windgeschwindigkeit, Temperatur, Niederschlag, Schnee- und Wolkenhöhe sowie Bodenfrost und -feuchte.