Der Nachbar Polen

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In der Bildungs- und Begegnungsstätte der Heiligenhof findet vom 9. bis 14. August das Seminar

„Nachbarschaften mit dem östlichen Europa: Abgrenzung, Durchdringungen, Miteinander, Gegeneinander“ statt.

Nachbarschaft kann man sich nicht aussuchen. Nachbarschaft ist schicksalhaft, man kann ihr nicht entrinnen, sie aber gestalten. In der rund tausendjährigen Geschichte der Deutschen mit ihren östlichen Nachbarn waren die Beziehungen die meiste Zeit über gut, wie es in der Pressemeldung des Heiligenhofes heißt. Es gab dynastische, politische, wirtschaftliche, kirchliche, kulturelle Beziehungen und Verflechtungen, gemeinsame Interessen, Handel und Wandel.

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt – mit Blick auf die Hauptzielgruppe – auf Polen und den deutsch-polnischen Beziehungen. Polen hatte in seiner Geschichte mehrfach unfreundliche Nachbarn, die das Land vor rund 250 Jahren erstmalig und dann fortgesetzt untereinander aufgeteilt haben, bis es nach dem Ersten Weltkrieg wiedererstand. Ein viertes Mal wurde Polen 1939 mit dem deutschen Überfall am 1. September und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs bald zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion geteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstand Polen als Staat erneut wieder, allerdings weit nach Westen auf deutsches Reichsgebiet verschoben. Die meisten Deutschen dieser Gebiete flohen oder wurden vertrieben.

In Polen, vor allem Oberschlesien, verblieben aber Hunderttausende, allerdings ohne Möglichkeit ihre sprachliche und ethnische Identität zu bewahren. Das Eigentum der geflüchteten und vertriebenen Deutschen aus dem Osten wurde konfisziert. Viele Deutsche kamen bei der Flucht und Vertreibung ums Leben.

Die Tagungen beginnen jeweils am Sonntagabend um 18 Uhr mit dem Abendessen und sind am Freitagmorgen nach dem Frühstück zu Ende. Die Anmeldungen sind zu richten an: „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen oder per E-Mail an: hoertler@heiligenhof.de, Kennwort: „Nachbarschaften“.  red