von unserem Mitarbeiter Klaus-Peter Wulf

Wirsberg — Uwe Täuber von der Energieagentur Nordbayern berichtete dem Wirsberger Gemeinderat am Dienstagabend über die energetische Untersuchung des Bades und schlug als erste Maßnahme mögliche Einsparungen durch die Umstellung der Badewassererwärmung vor.
Verbraucht werden im Sommerbad derzeit rund 10 000 Litern Flüssiggas und 96 000 Kilowattstunden. Eine Option ist nach seinen Worten eine Photovoltaikanlage und Nutzung des erzeugten Stromes im Eigenverbrauch. Ein weiteres Einsparpotenzial sind die Umwälzpumpen. "Die Warmwasseraufbereitung autark zu machen, bringt die größte Einsparung", sagte Uwe Täuber.
Ottmar Opel (CSU) pflichtete ihm darin bei, denn die Anlagenteile des Sommerbades sind größtenteils noch aus dem Jahr 1984. "Eine sieben KW-Photovoltaikanlage müsste reichen, um den Strombedarf in den Sommermonaten entscheidend zu drücken", vertrat Jochen Trier (FW). Gemeindeoberhaupt Hermann Anselstetter (SPD) betonte: "Bei einem Verlust von 140 000 Euro jedes Jahr müssen wir den Weg zusammen gehen und die total ungünstigen sowie unrentablen Bereiche vorrangig angehen.
Uwe Täuber wurde beauftragt, die erforderlichen Angebote einzuholen. In einer der nächsten Sitzungen soll entschieden werden, was zu tun ist. Täuber erklärte auf Frage von Sabine Leuschner (FW), dass von der Gasmenge durchaus ein Drittel eingespart werden kann.

Freibadbesuch wird gefördert

Verwaltungsmitarbeiter Norbert Specht erläuterte in diesem Zusammenhang den angestrebten Beitritt - erst einmal für zwei Jahre - zur "Initiative Gesunder Betrieb" (igb) mit dem Sommerbad. Die teilnehmenden Firmen zahlen ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zum Freibadbesuch, der an der Eintrittskasse als Vergünstigung gewährt wird. Die Gemeinde rechnet den Nachlass dann mit dem Unternehmen ab und bekommt die vergünstigte Summe erstattet. Auch hiergegen hatte der gesamte Rat nichts einzuwenden.

612 000 Euro Rücklagen

Einstimmig hat der Wirsberger Marktgemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstagabend die Vorlage der Jahresrechnung 2014 zur Kenntnis genommen. "200 000 Euro mehr als veranschlagt konnte an Gewerbesteuer eingenommen werden, stolze 320 000 Euro gehen in die Rücklagen", freute sich Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD). Nicht unerwähnt ließ er, dass seit 2006 1,24 Millionen Euro an Krediten getilgt wurden, und das alles ohne die Gewährung von Konsolidierungshilfen und Bedarfszuweisungen. Zufrieden stellte er fest: "Und im Jahr 2015 werden wir die Kredite weiter abbauen, der Markt Wirsberg hat eine günstige Finanzausstattung."
Die Jahresrechnung 2014 weist in den Einnahmen und Ausgaben ein Gesamtvolumen von 4,374 Millionen Euro auf, sagte die Kämmerin und Geschäftsstellenleiterin Andrea Müller. Im 3,095 Millionen Euro schweren Verwaltungshaushalt ist einen Zuführung vom Vermögenshaushalt in Höhe von 198 000 Euro enthalten.
Die Einnahmen des Vermögensetats betrugen 1,278 Millionen Euro und die Ausgaben betragen 695 000 Euro, wodurch ein Sollüberschuss von 583 000 Euro entsteht. Dieser wurde der Rücklage zugeführt, die zum Jahresende 612 000 Euro umfasst. Die aktuelle Verschuldung liegt zum 31. Dezember 2014 bei 2,1 Millionen Euro, was bei 1800 Einwohnern eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1167 Euro ausmacht. Verbindlichkeiten von 156 000 Euro bestehen beim Schulverband Neuenmarkt-Wirsberg. Das Gemeindevermögen umfasst zirka 16 Millionen Euro.
Bei der Sitzung informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder über die Gestaltung von Ausgangspunkten und Tourist informationen im Zuge der umfassenden Zertifizierung der gesamten Frankenwaldes als "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland. "Mit den zwei neuen Frankenwald-Steigla ,Franzosenweg' und ,Goldner-Falk-Weg' haben wir in enger Zusammenarbeit mit der Wirsberger Ortsgruppe viel erreicht. Auch verläuft der große Frankenwald-Rundweg über Wirsberg", zeigte sich das Gemeindeoberhaupt sehr zufrieden. Zudem werden jetzt Informationen über das Wanderangebot im Rathaus sowie in einem Schaukasten in der Rathauspassage bereitgestellt. Zusätzlich werden noch zwei Übersichtwanderkarten platziert.
Lukas Kießling plant auf dem Anwesen Birkenhof 25 einen Teilabbruch und den Neubau eines Einfamilienwohnhauses. Der Wirsberger Gemeinderat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.