von unserer Mitarbeiterin 
veronika schadeck

Windheim — 41 Schüler der siebten und achten Klassen nahmen an der Mittelschule Windheim am Präventionsprojekt "Realcare Baby" teil, um in die Verantwortlichkeiten als Eltern hineinzuschnuppern.
Ein Baby macht Freude! Ein Baby verändert aber auch das Leben, es erfordert Geduld, Zeit. Ein Baby braucht viel Zuwendung, Liebe und bringt Arbeit mit sich. Um den Schülern diese verantwortungsvolle Aufgabe näherzubringen, wurden an der Mittelschule Windheim zwei Babysimulatoren eingesetzt. Sie sind 52 Zentimeter groß und sieben Pfund schwer.
Für vier Wochen lang, jeweils einen Tag, übten sich die jungen Teilnehmer darin, was es bedeutet, Eltern zu sein. Die Babypuppe hatte einen Tagesablauf wie ein Säugling, sie musste genauso gepflegt und behandelt werden. Sie kann schreien, Bäuerchen machen, husten und zufriedene Laute von sich geben. Die Puppen mussten, wie echte Säuglinge, regelmäßig gefüttert, gewindelt und in den Armen gewiegt werden.
Die Babysimulatoren waren mit einem Chip ausgestattet, der jede Handlung aufzeichnete und bewertete. Schrie das Kind beispielweise länger als zwei Minuten, ohne dass sich darum jemand kümmerte, wurde "Vernachlässigung" aufgezeichnet. Um alles realistisch nachzustellen, haben die Schüler die Puppen auch über die Nacht hinweg bekommen. Ein unlösbar am Handgelenk des Jugendlichen befestigter ID erlaubte ausschließlich ihm/ihr, das Baby zu versorgen.

Ganz schön anstrengend

Thomas Heyer war einer von den Teilnehmern, er erhielt zusammen mit Angelo Bauer, Lea Lüttgenhorst und Lara Schmitt mit die beste Bewertung. Er habe schon immer mal sehen wollen, wie es so ist als Vater. Es kann ganz schön anstrengend und auch mit Stress verbunden sein. "Also, ein Kind reicht da schon!"
Für die Jugendsozialarbeiterin an der Mittelschule Windheim, Ingrid Kirchner, ist dies ein sinnvolles Präventionsprojekt, das bestimmt im kommenden Schuljahr wiederholt wird. Sie war überwältigt, wie engagiert die Schüler mit dabei waren. Das Projekt beinhaltete Kriterien wie Lebensplanung, Lebensziele, Aufklärung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt, Leben mit dem Kind, Babypflege, Reflexion. In der Gruppe wurden Erfahrungen ausgetauscht und über künftige Lebensplanungen gesprochen.
Ziel sei es, so Kirchner, dass Jugendliche auf realistische Weise erfahren, was es bedeutet, den Alltag mit einem Baby zu meistern. Es soll auch das Verantwortungsgefühl gestärkt werden.
Zugegen war auch Herbert Vetter. Auch er fand "Realcare Baby" eine gute Sache. Dadurch würden die Schüler eher die Tragweite einer Elternschaft feststellen, sagte er.
Möglich wurde die Durchführung von "Realcare Baby" nicht zuletzt durch die Spenden von der Gemeinde- und Kreisrätin, Angela Wiegand und Ramona Vetter. Ein Dank ging zudem an Diana Neubauer (Piepmatz), die die Kleidung und Babyausstattung spendete.
Die Simulationspuppen können von anderen Schulen ausgeliehen werden. Kontaktanfragen unter 09268/913047 oder an inge-kirchner@gmx.de