Königsberg — Eigentlich sollte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates Königsberg eine Entscheidung bezüglich des Ausbaus des Breitbandnetzes im Stadtgebiet von Königsberg fallen. Die Stadt Königsberg hat die verschiedenen Schritte der Breitbandinitiative durchlaufen und wartet eigentlich nur auf die Bestätigung des Bayerischen Breitbandnetzes zur Plausibilität der Wirtschaftlichkeitslücke.
Aber durch eine kurzfristige, nicht vorhersehbare Entwicklung sah sich das Gremium nicht in der Lage über eine Vergabe zu entscheiden. Denn ein Betreiber von Funkverbindungen in drei Stadtteilen hat auf bestehende Eintragungen in die sogenannte "Vectoring-Liste" bei der Bundesnetzagentur verwiesen.

Technische Störsignale

In der Vectoring-Liste (oder auch VDSL-Vectoring-Liste) werden alle Kabelverzweiger gesammelt, an denen die Deutsche Telekom oder alternative Netzbetreiber VDSL-Vectoring ausbauen wollen. VDSL-Vectoring ist die Erweiterung von VDSL und soll Datenraten von bis zu 100 MBit/s im Downstream (Datenfluss aus dem Netz zum Verbraucher)und 40 MBit/s im Upstream (Datenfluss vom Verbraucher ins Netz) im Umkreis von etwa 500 Metern um den Kabelverzweiger ermöglichen. Technisch werden dabei Störsignale, die es auf einer Leitung immer gibt, durch eine Gegenstörung behoben.

Möglichst fairer Wettbewerb

Damit dieser Effekt möglich wird, darf aber nur ein einziger Anbieter diese Technik einsetzen. Um einen möglichst fairen Wettbewerb zu realisieren, muss eine Liste geführt werden, in der die Anbieter ihre Ausbauvorhaben anmelden. Andernfalls würden unter Umständen mehrere Anbieter parallel bauen und es würden unnötig Geld und Ressourcen verschwendet.Damit steht dem Anbieter ein Erstaus baurecht für die Kabelverzweiger zu, über die der Breitbandverkehr verteilt wird.
Wegen der rechtlich nicht klaren Auswirkungen auf eine Vergabe innerhalb des laufenden Verfahrens kann die eigentlich vorgesehene Vergabe des Breitbandausbaus momentan nicht erfolgen, wurde während der Stadtratssitzung erklärt. Erst nach weiteren Klärungen mit den beteiligten staatlichen Stellen könne über die Fortführung des Verfahrens eine Entscheidung getroffen werden. sn