von unserem Mitarbeiter Reinhard Löwisch

Waischenfeld — Der erste Freiluft-Heimatabend des Waischenfelder Heimat- und Verschönerungsvereins war ein voller Erfolg. Getreu dem Rockenstuben-Motto "wie in der guten alten Zeit" gab es auch ein Wiedersehen mit "alten Waischenfeldern", darunter Rosi Zitta, die viele Jahre lang bei den Waischenfelder Burgmadla mitsang und ihrer Sangeskollegin und Gründungsmitglied, die "Fuchsn-Claudia" Claudia Leibinger. Sie erinnerte sich in launischen Worten an lustige Begebenheiten ihrer hier verbrachten Jugend.

Erzählungen vom Nachtwächter

Und mit Sepp Herzing, der 1971 seine Zulassungsarbeit über das Waischenfelder Spital schrieb und jetzt als pensionierter Forchheimer Lehrer viel Muse hat, sich ebenfalls an die alten Zeiten seiner Jugend in Waischenfeld zu erinnern. Dritter Vereinsvorstand Wolfgang Huppmann kam als Nachtwächter daher. Er berichtete wortgewaltig aus der bierigen Geschichte des Städtchens, die als "Kommunbräu" 1664.
Immer wieder kam auch die Rede auf das 2015 bevorstehende 700-jährige Stadtjubliäum, zu dem der Heimatverein mit eigenen Veranstaltungen beitragen will. So wird der 25. Heimattag der Fränkischen Schweiz, ausgerichtet vom Fränkische Schweiz-Verein, hier stattfinden und mit einem Festzug der 43 Ortsgruppen sicherlich einen Höhepunkt im Jahreslauf bilden. Im Gespräch war auch ein Chor von 700 Sängern aus dem Gemeindegebiet, die Johannes Berner zusammen bringen und auch unterrichten will. Außerdem ist ein Buch in Planung, dass neben Beiträgen zur Ortsgeschichte auch die Geschichte der Ortsteile beleuchten will.

Dank für das Engagement

Bürgermeister Pirkelmann dankte für das heimatkundliche Engagement des Heimatvereins, der im nächsten Jahr selber Jubiläum feiert. Er wird 130 Jahre alt und gehört damit zu den traditionsreichsten Vereinen im Wiesenstädtchen. Sogar eine Kopie der Gründungsurkunde des Waischenfelder Verschönerungsvereins, ausgestellt am 11. Januar 1885, kursierte im Saal, bei der als wichtigster Punkt eine Vorstandschaft gegründet wurde. Diese traf sich vier Wochen später zur ersten Mitgliederversammlung. Wie bedeutend der Verein schon zur Gründerzeit war, macht die Liste der ersten Vorstandsmitglieder deutlich: Pfarrer, Bürgermeister, Apotheker und Lehrer waren dabei.
Die Waischenfelder Burgmadla wurden 1972 anlässlich des damals bevorstehenden 650-jährigen Stadtjubiläums ins Leben gerufen. Da ist es nur Recht und billig, wenn dieselben Damen auch beim 700-jährigen Stadtjubiläum eine größere Rolle spielen. Keine Angst, die Damen sind nicht 50 Jahre älter als damals, sondern höchstens 43 Jahre. Damals hat man das mit dem Jubiläum nicht so bierernst genommen und aus Mangel an Beweisen vorsichtshalber nicht das eigentliche Gründungsjahr 1315, sondern das Jahr 1322 als Stadtgründungsjahr angenommen.