Andreas Dorsch Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, gilt immer noch als unheilbare Nervenerkrankung, die im Laufe der Zeit zur Lähmung des gesamten Körpers führt. Wen die tödliche Krankheit befällt, der kann im Durchschnitt noch mit vier Lebensjahren rechnen.

Gegen diese Prognose hatte sich Janos Hübschmann, der im Raum Höchstadt bekannteste ALS-Patient, jahrelang erfolgreich gewehrt. Doch am vergangenen Donnerstag musste er den Kampf aufgeben. Hübschmann starb im Alter von 55 Jahren.

Schon 2007 bekam er die Diagnose, die sein Leben komplett veränderte. Der durchtrainierte Sportler und ehemalige Leistungsschwimmer war voller Tatendrang, führte zwei Apotheken, baute das Präventionszentrum Vitalo auf und engagierte sich für eine gesundheits- und umweltbewusste Gesellschaft.

Janos Hübschmann stellte sich seiner Krankheit, nahm sich den ebenfalls an ALS leidenden, weltbekannten Astrophysiker Stephen Hawking zum Vorbild und setzte sich neue Lebensziele. Seit Jahren an Bett und Rollstuhl gefesselt, musste er auch künstlich ernährt und beatmet werden. Ein Sprachcomputer, bei dem er mit den Augen eine Art Tastatur bediente, ermöglichte es ihm, noch voll am Familienleben mit Ehegattin und den beiden Söhnen teilzunehmen. Mit Freunden kommunizierte er über die sozialen Netzwerke.

Auch nach Jahren mit ALS sprühte Hübschmann noch vor Lebensfreude. Längst am ganzen Körper gelähmt und rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen, stellte er 2015 vor über 200 Gästen in der Fortuna Kulturfabrik sein Buch "Liebe" vor. Den Lesern gibt er darin einen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Die Krankheit habe ihm Offenbarungen vermittelt, die sein ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt haben, ließ er damals seine Gäste wissen.