michaela hofmann Der heilige Florian gilt als Schutzpatron der Feuerwehr und wird zu Hilfe gerufen, wenn Brandgefahr droht. Viele Feuerwehren in Deutschland und Österreich feiern den bekannten Katholiken daher Anfang Mai, indem sie der Öffentlichkeit ihre Türen öffnen und sich vorstellen.

"Den Florianstag begehen wir eigentlich immer als großes Familienfest mit Gottesdienst, Vorführungen, Musik, Speis und Trank" erklärt Josua Flier. Der 40-Jährige ist Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim und seit 2006 mit Feuer und Flamme im Einsatz. "Dieses Jahr hingegen fällt unser Programm leider aus."

Der Grund ist bekannt. Corona macht auch vor der Feuerwehr nicht halt und beeinflusst deren Alltag: Das Hilfeleistungslöschfahrzeug bietet eigentlich Platz für neun Personen. "Aktuell sind drei Sitze wegen Corona gesperrt, um den geforderten Abstand zwischen den Feuerwehreinsatzkräften einhalten zu können", berichtet Flier. Jürgen Mittermeier, Kommandant und Stadtbrandinspektor, ergänzt: "Unser großer Vorteil ist jedoch, dass wir mehrere Fahrzeuge besitzen. So besteht die Möglichkeit, die Mannschaft bei Bedarf aufzuteilen. Der Brandschutz und die Sicherheit der Bevölkerung sind immer sichergestellt." Die Fahrzeuge selbst wurden mit speziellem Schutzmaterial ausgestattet: Mund-Nasen-Schutz und FFP2-Masken sind nun stets mit an Bord.

Das neuartige Virus schränkt zwar das öffentliche Leben weltweit ein, doch die örtliche Feuerwehr wird deswegen nicht seltener alarmiert. Pro Jahr verzeichnet die Forchheimer Statistik rund 250 Einsätze. Seitdem der Freistaat Bayern wegen Corona den Katastrophenfall ausgerufen hat, haben die Brandschützer der Königsstadt diverse Feuer in Gebäuden, Maschinen, Papier- und Altkleidercontainern gelöscht sowie Türen geöffnet.

"Wir fahren jetzt immer mit Maske raus", erläutert Mittermeier, der seit 32 Jahren aktiven Dienst zum Schutz der Bevölkerung leistet. Die engsten Berührungspunkte mit dem Virus würden Türöffnungen bieten. "Im Infizierungsfall würde dann nach unserem Einsatz das medizinische Personal übernehmen", stellen Flier und Mittermeier heraus. Damit im Ernstfall professionell gehandelt werden kann, sind regelmäßige Übungen unerlässlich. "Gruppenübungen finden normalerweise einmal pro Woche statt", lässt Mittermeier wissen. "Seit Beginn des Katastrophenfalls finden jedoch keine praktischen Übungen mehr statt. Glücklicherweise spielt das noch keine große Rolle, da unsere Kameraden ihren Job seit vielen Jahren bestens beherrschen."

Dafür beschreitet die Forchheimer Feuerwehr nun neue Wege: "Wir halten die Übungen jetzt digital ab. Dank ,Microsoft Teams' können wir verschiedene Themen an den Mann und die Frau bringen." Ausbilder und Schulungsleiter vermitteln per Video in einstündigen Einheiten zum Beispiel "Theoretische Kenntnisse der Vegetationsbrände" oder "Grundlagen des Atemschutzes". "Auch unsere Führungskräfte treffen sich derzeit virtuell und der Kontakt zur Kreisbrandinspektion läuft ebenso digital ab", informiert Mittermeier.

Wann praktische Übungen wieder möglich seien, müsse der Freistaat Bayern erlauben. "Der Zeitpunkt hängt von den Reproduktionszahlen ab. Die Freigabe wird stufenweise erfolgen." Vor diesem Hintergrund plane die Feuerwehr Forchheim, Übungen zugweise durchzuführen. "Sollte ein Zug infiziert sein, dann wären noch zwei einsatzbereit", meint Flier.