JOsef Hofbauer Den Tourismus um eine spirituelle Variante zu erweitern ist das Ziel eines Meditationsweges, der in Gasseldorf errichtet werden soll. Dies haben die Mitglieder des Bauausschusses Ebermannstadt in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Das Projekt, das auf eine Anregung der Gasseldorferinnen Frieda Neubauer und Gabi Schleicher zurückgeht, soll zur Hälfte über das europäische Förderprogramm Leader finanziert werden. Leader steht für "Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale", also einem Verbund von Projekten zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Projektträger ist die Stadt Ebermannstadt.

Der Gasseldorfer Meditationsweg wird 700 Meter lang und beginnt bei der Filialkirche "Maria, Hilfe der Christen" in Gasseldorf. Die Länge des Weges, so heißt es in der Projektbeschreibung, sei identisch mit der Länge der "Via Dolorosa" in Jerusalem, dem Leidensweg Jesu Christi vom Amtssitz des Pilatus bis hinauf nach Golgotha.

Nur sieben Stationen

Im Gegensatz zu Kreuzwegen, die meist 14 Stationen aufweisen, soll der Meditationsweg nur sieben Andachtsstationen bekommen. Anton Eckert, Kulturreferent des Landkreises, der dieses Leader-Projekt begleitet, verweist darauf, dass historischen Quellen zufolge die Zahl der Kreuzwegstationen zwischen sieben und 35 Stationen variiert habe. Bemerkenswert: Während heute Kreuzwege vielfach in Kirchen gebetet werden, wurden bis in die Neuzeit hinein die Stationen des Leidensweges Christi bevorzugt im Freien aufgestellt.

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Halt und Hilfe

Das Beten und Meditieren an den Kreuzwegstationen gebe den Menschen Halt und Hilfe in schweren Zeiten. So sei es Ziel der Installation des Meditations- bzw. Kreuzweges, die Menschen konfessionsübergreifend anzusprechen, formuliert Kulturreferent Eckert. So ist der inmitten des Wanderleitsystemes Fränkische Schweiz gelegene Meditationsweg als Prophylaxe gegen den Alltagsstress konzipiert. Wörtlich heißt es in der Projektbeschreibung: "Der Weg biete vielen Wanderern eine zusätzliche Facette auf dem Weg zur psychischen Ausgeglichenheit." Zudem unterstreiche das Projekt das starke Kultur- und Gesundheitsprofil der Region.

Mit Ruhebänken

Ziel des Projektes ist es, zusammen mit engagierten Bürger/innen einen meditativen Ort für alle Generationen zu schaffen. Über die Kommunen und Bildungseinrichtungen, aber auch über die Tourismusbüros und Pfarrgemeinden sollen Einheimische und Gäste auf den Meditationsweg aufmerksam gemacht werden.

An den Orten, an denen die Kreuzwegstationen geplant sind, werden auch Ruhebänke aus Kalkstein und Lärchenholz positioniert. Die Stationen zeigen die Verurteilung Jesu, die Begegnung mit seiner Mutter Maria, Simon von Cyrene, der Jesus das Kreuz tragen hilft, die Begegnung mit den weinenden Frauen, Veronika, die Jesus das Schweißtuch reicht, und die Szene, als Jesus unter der Last des Kreuzes stürzt. Die letzte Szene ist der Tod Jesu am Kreuz. Wie diese Darstellungen gestaltet werden sollen ist gegenwärtig noch nicht klar. Fest steht, dass die Stelen aus Stahl fest im Boden verankert werden sollen. Texte erläutern die jeweiligen Stationen, die eingefasst werden, sodass sie sich von der Umgebung deutlich abheben.

Texte des Dalai Lama

Die Schriftstellen sollen multireligiös ausgelegt sein. So finden sich Texte des Dalai Lama, ebenso wie Zitate von Anselm Grün, der Pulitzer-Preisträgerin Mary Oliver, des Philosophen Khalil Gibran oder Christian Morgenstern. Weitere Vertreter sind Marcus Tullius Cicero und Jo Kabat-Zinn, der an der Uni von Massachusetts Achtsamkeitsmeditation unterrichtet.