Andreas Dorsch

In vielen älteren Baugebieten im Raum Höchstadt bekommen die Bewohner in diesen Tagen Besuch von einem Monteur, der ihren Stromzähler auswechseln will. Der aus Sachsen stammende Dietmar Weigel ist unterwegs, um die alten schwarzen Zähler gegen eine "moderne Messeinrichtung" zu tauschen.

Haben Stromzähler ein bestimmtes Alter erreicht, ist die Eichfrist abgelaufen, müssen sie erneuert werden. Im jüngsten Baugebiet in Höchstadt-Süd ist das jetzt nach etwa 30 Jahren in vielen Häusern der Fall.

Zuständig für das Stromnetz nicht nur in Franken ist die Bayernwerk AG. Wie deren Pressesprecher Christian Martens auf Anfrage des FT mitteilt, müssen alle Stromkunden mit einem Verbrauch von weniger als 6000 Kilowattstunden pro Jahr bis 2032 einen neuen Zähler, sprich eine "moderne Messeinrichtung", bekommen. So schreibt es das Messstellenbetreibergesetzt vor. Haben Zähler ihr Höchstalter früher erreicht, werden sie jetzt schon getauscht.

Der Zähler kommuniziert

Wer mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, oder eine eigene Anlage mit einer Erzeugerleistung von über sieben Kilowatt betreibt, bekommt ein "intelligentes Messsystem" eingebaut. Das verfügt neben dem neuen digitalen Stromzähler über ein zusätzliches Kommunikationsmodul, mit dem laut Pressesprecher Martens die Messwerte sicher und verschlüsselt übertragen werden.

Mit dem Zählerwechsel selbst hat die Bayernwerk AG ihr Partnerunternehmen Enseco GmbH beauftragt, für die auch Dietmar Weigel unterwegs ist. Wenn er die neuen Zähler einbaut, fallen für den Stromkunden keine separaten Kosten an. Für die Einrichtung und den Betrieb der Messstelle sind 20 Euro im Jahr an Gebühr fällig. "Aber auch für den alten Zähler haben Kunden bereits einen entsprechenden Betrag bezahlt", sagt Martens dazu. Das intelligente Messsystem kostet ab etwa hundert Euro jährlich. Die Beträge sind übrigens gesetzlich geregelt.

Den Vorteil der modernen Messeinrichtung sieht Martens in der Möglichkeit, den Energieverbrauch der Kunden transparent zu machen. Nach Eingabe einer PIN könne neben dem aktuellen Zählerstand die Leistung aller eingeschalteten Elektrogeräte abgelesen werden. Das intelligente Messsystem biete sogar noch mehr Möglichkeiten, einen besseren Überblick über den individuellen Stromverbrauch und Einsparpotenziale zu bekommen.

Im gesamten Bayernwerk-Netzgebiet wurden im vergangenen Jahr rund 180 000 Zähler gewechselt. Bis 2032 werden 1,9 Millionen moderne Messeinrichtungen und etwa 600 000 intelligente Messsysteme installiert sein.

Vorher abgestimmt

Muss der Zähler gewechselt werden, erfahren das die Betroffenen mindestens drei Monate vor dem geplanten Termin per Brief. Vor dem Einbautermin folgt eine weitere Information mit Tag und Zeitfenster, das aber auch noch mit der Firma Enseco abgestimmt werden kann. Der Monteur braucht dann freien Zugang zum Zähler. "Der Wechsel dauert maximal eine Stunde", teilt der Bayernwerk-Pressesprecher mit. Die Stromversorgung muss dafür kurzzeitig unterbrochen werden.

Mehr Informationen, Hintergründe und Kontakte gibt es auf der Internetseite www.bayernwerk-netz.de.