Mitte der 1990er Jahre begannen die Diskussionen in Knetzgau: Ist eine Neugestaltung des Kriegerdenkmals sinnvoll? Oder soll der Standort verlegt werden? Und wie gestaltet man den Turngarten, den Festplatz der Gemeinde, neu?
Mit der Aufnahme Knetzgaus in das deutschlandweite Städtebauprogramm im Jahr 2012 wurden die Überlegungen in konstruktive Bahnen gelenkt. 2013 ging die Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern ein städtebauliches Entwicklungskonzept an.


Schule, Main und Turngarten

"Die Schwerpunkte bei uns in Knetzgau sind die Schule, der Main und der Turngarten", fasst Bürgermeister Stefan Paulus zusammen. In Workshops und Vorträgen habe man die Knetzgauer in den Prozess einbezogen und sich schließlich darauf geeinigt, als erstes den Turngarten mit dem Kriegerdenkmal an der Hauptstraße neu zu gestalten. "Auch der Architektenwettbewerb war öffentlich. Dabei stellten die Architekten ihre Projekte im Ratssaal zwei Tage lang aus. Die Beteiligung war enorm", so Paulus. Und nun ist er fertig, der Turngarten mit dem Kriegerdenkmal, und hat durchaus Potenzial, einer der schönsten Flecken Knetzgaus zu werden. Die offizielle Einweihung wird im September gefeiert.


Wuchtige Mauer entfernt

Der erste Bauabschnitt von Herbst 2015 bis Herbst 2016 war der Restaurierung von Kriegerdenkmal und Turngarten gewidmet. In einem zweiten Bauabschnitt - Herbst 2016 bis April 2017 - wurden der Platz vor der Gaststätte, Kindergarten- und Ringstraße neu gepflastert. Gesamtkosten: 1,2 Millionen Euro. Davon hat der Bund knapp 700 000 Euro dazugegeben.
Und was hat sich nun alles verändert? Als erstes fällt ins Auge, was nun nicht mehr ins Auge sticht: Die drei Meter hohe, wuchtige Sandsteinmauer, die zuvor das Denkmal umgab, wurde abgerissen und durch ein niedriges Mäuerchen ersetzt. Die Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten wurden im Original belassen, aber bearbeitet, so dass sie nun deutlich moderner und freundlicher wirken. Auch das baufällige Haus, das zwischen Turngarten und dem Gasthaus "Drei Linden" viel Platz raubte, hat man abgerissen. An seiner statt sind Stellplätze für Autos entstanden. "Damit haben wir das Problem des Wildparkens in den Griff bekommen", so Paulus. Der Bürgermeister hofft, dass die ortsansässigen Vereine den neu gestalteten Platz nutzen, um wieder einen Weihnachtsmarkt und andere Feste zu organisieren.
Ein großes Plus ist die Infrastruktur, die im Hinblick darauf geschaffen wurde: Wasser- und Stromanschluss sind vorhanden, außerdem wurde eine öffentliche Toilettenanlage gebaut.