Klaus Schmitt Den Stein, der Georg Wagner vom Herzen fiel, konnte man förmlich plumpsen hören. Der stellvertretende Kreisgeschäftsführer der Caritas Haßberge bekam am Samstag die Nachricht, dass die Corona-Kotrolltests bei allen Bewohnern und allen Mitarbeitern des Alten- und Pflegeheims Sankt Martin in Hofheim mit den Hausgemeinschaften Sankt Anna negativ waren. Anke Schäflein, seine Chefin, hatte ihm gerade das Ergebnis der Tests mitgeteilt, und auch sie war sehr erleichtert, dass es keine weiteren Covid-19-Fälle in der Einrichtung in Hofheim gibt. Die vergangenen Monate und Wochen und vor allem die letzten Tage hatten die Kreisgeschäftsführerin stark mitgenommen, wie sie freimütig einräumte. Da tat diese Nachricht vom Samstag richtig gut. "Wir sind glücklich", sprudelte es aus Georg Wagner heraus.

Fünf Positiv-Fälle

Die Caritas hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es positive Corona-Tests im Altenservicezentrum Sankt Martin mit Hausgemeinschaften Sankt Anna in Hofheim gab. Vier Beschäftigte und ein Bewohner waren positiv auf das Virus getestet worden. Das geschah bei freiwilligen Reihentests, die die Caritas bei allen Mitarbeitern und bei einem Teil der Bewohner, vor allem bei denen, die häufiger Besuch hatten, vorgenommen hatte. Mindestens einmal im Monat, meistens alle zwei Wochen, waren diese Tests durchgeführt worden, wie Georg Wagner erläuterte. Die fünf Betroffenen waren am Donnerstag symptomfrei und seien es bis heute, bestätigte der stellvertretende Geschäftsführer auf Anfrage.

"Ohne Reihentestungen wäre das Infektionsgeschehen ganz sicher deutlich später erkannt worden", hatte die Leiterin der Einrichtung am Donnerstag erklärt. Seit August gibt es diese Reihentests. "Alle jetzt nötigen Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt", erklärte Anke Schäflein am gleichen Tag. Das bedeutete, dass die vier Mitarbeiter in Quarantäne gingen und der infizierte Bewohner isoliert wurde. Das sei, so Georg Wagner, in den Hausgemeinschaften Sankt Anna gut möglich, weil es dort nur Einzelzimmer gibt, und die Versorgung des Betroffenen übernahm ein eingegrenzter Kreis von Beschäftigten. Als weitere Maßnahme erließ die Caritas ein Besuchsverbot für das Haus in Hofheim.

Die Caritas, die Seniorenheime in Hofheim und Haßfurt sowie Sozialstationen betreibt, ist ebenso wie die Seniorenheime anderer Träger im Landkreis ohne Corona-Fälle durch die erste Welle der Pandemie im Frühjahr gekommen. Jetzt, in der zweite Welle, waren wieder alle angespannt, beschreibt Georg Wagner die Situation. Und als die fünf Positiv-Fälle in Hofheim bekannt wurden, "war natürlich action. Da kriegst du Muffensausen", gesteht der stellvertretende Kreisgeschäftsführer - mit Blick darauf, dass Häuser außerhalb des Kreises in der ersten Welle der Pandemie viele Todesfälle zu beklagen hatten. Umso mehr ist die Caritas nach seinen Worten jetzt "sehr erleichtert", dass alle Kontrolltests negativ ausgefallen sind.

Vorbereitungen

Wie alle anderen Träger und Betreiber von Seniorenheimen hatte sich auch die Caritas Haßberge auf die Pandemie vorbereitet. Masken und Schutzkleidung wurden besorgt, und es gab und gibt ständig Schulungen, die bis hin zu den Regeln gehen, was sich die Mitarbeiter in welcher Reihenfolge anziehen, um sich und die Klienten zu schützen.

Schutzausrüstung gibt es nach den Worten von Georg Wagner aktuell ausreichend. Nur bei den Handschuhen seien Probleme aufgetaucht. "Die Handschuhe sind schweineteuer", und der Hersteller könne derzeit auch nur bestimmte Mengen liefern.