Andreas Dorsch "Es wird einfach noch zu schnell gefahren", klagt der Adelsdorfer Raimar Oetzel mit Blick auf die Staatsstraße 2264 Richtung Weppersdorf. Er ist überzeugt, dass sich die meisten Autofahrer hier nicht ans Tempolimit halten und fordert eine Schikane, die die Fahrzeuge bremst. Der um die Sicherheit der Kinder besorgte Adelsdorfer kann dabei auf die Unterstützung von Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) bauen.

Fischkal unterlegt die subjektiven Empfindungen mit objektiven Zahlen. "Wir messen am Ortsschild bei den Autos um die 80 Stundenkilometer", sagt der Bürgermeister. Gemessen wird mit einem von der Gemeinde eigens angeschafften Gerät.

Wer auf der Staatsstraße über die lange Gerade aus Richtung Weppersdorf nach Adelsdorf kommt, kann bis zum Ortsschild 100 fahren. Und dann geht es meist mit überhöhter Geschwindigkeit weiter bis zur Abzweigung. Dabei werden eine Bushaltestelle und eine Fußgängerampel passiert, die vor allem von Kindern und den Bewohnern aus dem Baugebiet Oesdorfer Weg stark frequentiert werden. Die Situation vor Ort erlebt Raimar Oetzel immer wieder, wenn er seinen Enkel zum Schulbus an die dortige Haltestelle bringt.

Oetzel hat sich auch schon an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gewandt. Der hat ihm mitgeteilt, "dass die örtliche Situation einer ständigen Beobachtung durch die örtlich zuständigen Stellen unterliegt". Die Gewährleistung der Sicherheit des Verkehrs sei Aufgabe der zuständigen Fachbehörden vor Ort. Die müssten diese Aufgabe "im Interesse aller am Verkehrsgeschehen Teilnehmenden erfüllen". Vor dem Hintergrund oft komplexer Sachverhalte und rechtlicher Vorgaben sei "nicht in jedem Einzelfall für jedermann stets ohne weiteres erkennbar und nachvollziehbar, weshalb bestimmte Maßnahmen getroffen und andere unterlassen werden", schreibt der Minister aus Erlangen.

Mit dieser Antwort gibt sich Oetzel nicht zufrieden. Um Auto- und Motorradfahrer aus Richtung Weppersdorf auf die Bremse zu zwingen, fordert er am Ortseingang von Adelsdorf den Einbau einer Schikane in Form einer Verschwenkung oder Querungshilfe und einen richtigen Fußgängerübergang. Dazu sollte das Ortsschild weiter nach außen versetzt werden.

Bürgermeister Fischkal kann dem nur zustimmen. Er würde als ersten Schritt schon mal auf Höhe der Kläranlage die Höchstgeschwindigkeit auf 70 reduzieren. Ihm geht es neben der Sicherheit auch um die Lärmbelästigung der Bewohner am Frankenring. Was auf der Staatsstraße am südlichen Ortsausgang machbar war - Tempo 70 -, sollte ebenso Richtung Weppersdorf möglich sein. Zudem fordert auch der Bürgermeister eine Querungshilfe und Verschwenkung neben der Fußgängerampel.

"Müssten wir prüfen", sagt dazu Lisa Bauernsachs, zuständige Abteilungsleiterin beim Staatlichen Bauamt Nürnberg. Für ein 70er Schild sei allerdings das Landratsamt federführend.