Seit 13 Jahren ist Wolfgang Oertel evangelischer Pfarrer in Untersteinach. Der in Neuenmarkt aufgewachsene Geistliche wechselt nun zum 1. Februar nächsten Jahres als Dekan nach Münchberg. In der Kulmbacher Petrikirche wurde er am Sonntagnachmittag von Dekan Thomas Kretschmar von seinen Arbeiten für die Kirchengemeinde Untersteinach entbunden und feierlich verabschiedet.

Geplant war die Abschiedsfeier ursprünglich in der Untersteinacher St.-Oswald-Kirche. Aufgrund der zahlreichen Voranmeldungen wich man in Zeiten von Corona jedoch in die wesentlich größere Petrikirche aus.

Pfarrer Oertel sprach in seiner Predigt von Schmerz, Trauer, Liebe und von den großen Belastungen des Lebens. "Ich danke Gott, das Du es gut meinst", sagte er. Der Seelsorger verwies auf Bundesgesetze und Landesverordnungen, die etwa 83 Millionen Menschen in Deutschland vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen sollen. Er forderte die Gläubigen auf, die Ruhe des Tages in diesen schweren Zeiten zu nutzen, um schöpferische Kraft zu finden.

Abschied nach 13 Jahren

Die zurückliegenden 13 Jahre in Untersteinach ließ Dekan Kretschmar Revue passieren. Er verwies darauf, dass Oertel seit 2013 im Dekanatsausschuss mitarbeite. 2014 sei er in die Landessynode und in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden. Seit 2019 sei er auch Mitglied der Kirchenleitung der Vereinigten Lutherischen Kirche in Deutschland. Seit September dieses Jahres schließlich sei seine Meinung auch im Landessynodalausschuss gefragt.

"Verschiedene Tätigkeiten als Männerbeauftragter des Kirchenkreises Bayreuth und in der Dekanatsjugendkammer runden seinen umfangreichen Einsatz für die Kirche ab", sagte der Kulmbacher Dekan.

Ein Faible hat Oertel laut Kretschmar seit langer Zeit für Zweiräder, zahlreiche unvergessene Motorradtouren mit Gottesdiensten habe er durchgeführt. Für die ungarische Partnergemeinde Simontornya habe er sich ebenfalls gerne eingesetzt. "Alles ein dickes Programm. Wolfgang Oertel scheint ein Mensch zu sein, der mit vielen Sitzungen gut zurechtkommt," stellte der Dekan fest.

Kretschmar sprach Oertel von seinen Aufgaben und Pflichten in der Kirchengemeinde Untersteinach frei und wünschte ihm und seiner gesamten Familie Kraft und Mut für die Zukunft.

Die Grüße des Landkreises Kulmbach überbrachte stellvertretende Landrätin Christina Flauder, die zugleich Vertreterin in der Landessynode ist. "Ein neuer und großer Lebensabschnitt wartet in Münchberg auf dich. Für die gemeinsamen Wege und die Freundschaft danken wir dir", sagte sie.

Der Untersteinacher Bürgermeister Volker Schmiechen beleuchtete den Werdegang des Geistlichen seit seinem Amtsantritt im Jahr 2007 in der Gemeinde. "Man muss nicht in allem perfekt sein, man muss nur Mut für neue Aufgaben haben", sagte er. So sei in Oertels Wirkungszeit das Kantoratsgebäude zu einem Schmuckstück umgebaut worden. Schmiechen dankte auch im Namen von Altbürgermeister Heinz Burges für die stets konstruktive Zusammenarbeit.

"Hervorragender Manager"

Alexander Battistella, Leiter des Beruflichen Schulzentrums, gewährte einen ebenso kurzen wie spannenden Einblick in die Arbeiten eines Pfarrers. "Er ist ein hervorragender Manager. Wir wünschen ihm Kraft, Geduld und Gottes Segen". Oertel unterrichtete Religion an der Berufsschule.

"Er sprudelt vor Ideen und kann als Pfarrer begeistern. Für eine bunte Ökumene hat er sich immer eingesetzt", stellte der katholische Pfarrer Hans Roppelt fest, der auch für Pastoralreferent Klaus Oberkofler, den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Christian Lotter, Pfarrvikar Sebastian Masella und Pastoralassistentin Johanna Jäger sprach.

Weitere Grußworte übermittelten Sylvia Bayer von der Kindertagesstätte Untersteinach, die eine digitale Präsentation überreichte, Brigitte Sintenis-Herr vom Kindergarten Fölschnitz, die an die vielen Andachten und Gottesdienste mit dem scheidenden Geistlichen erinnerte, der Senior des Pfarrkapitels, Siegfried Welsch, der sich vom Arbeitstempo Oertels beeindruckt zeigte, sowie Vertrauensfrau Martina Schubert. Letztere dankte im Namen des gesamten Kirchenvorstands und überreichte einen vom gesamten Team unterschriebenen Motorradhelm.

Sichtlich gerührt schloss Wolfgang Oertel den Gottesdienst nach den Grußworten: "Danke für die tolle gemeinsame Zeit."

Zur Ausgestaltung der Feier trugen der Posaunenchor Untersteinach und "Die Band" bei. Die Orgel spielte der Untersteinacher Kantor Heiner Beyer. Die Kollekte wird auf Wunsch von Wolfgang Oertel für "Brot für die Welt" bestimmt, teilte der Guttenberger Pfarrer Martin Fleischmann noch mit.