Das Evangelische Bildungswerk Coburg (EBW) hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung seinen bisherigen Mitarbeiter Rolf Schilling in den Ruhestand verabschiedet. 32 Jahre lang hat Schilling als pädagogischer Leiter und Geschäftsführer die evangelische Erwachsenenbildung im Dekanat Coburg geprägt. Seine Nachfolgerin ist seit vergangenem Jahr die Diplom-Psychologin Maria Engel.

Pfarrer Rolf Roßteuscher, ehemals Vorsitzender des EBW, bemühte angesichts der Zäsur in der Biografie Schillings das Bild vom Fluss des Lebens. Zum Fluss des Lebens gehörten Mut zur Veränderung und Vertrauen. Zuversichtlich sagte Roßteuscher: "Wo immer der Fluss des Lebens mich hinführt, ist Gott schon da." Der Fluss des Lebens von Rolf Schilling sei aber mitunter auch die Fahrt durch ein reißendes Gewässer gewesen. Gudrun Wurmthaler, auch ehemalige EBW-Vorsitzende, meinte: "Wir waren ein ganz tolles Team!" Die aktuelle stellvertretende EBW-Vorsitzende Christine Liebst erinnerte sich an das gemeinsame Kennenlernen der verschiedenen Kirchengemeinden im Coburger Land.

Rolf Schilling engagierte sich auch in anderen Institutionen der Erwachsenenbildung. So dankte ihm etwa Rainer Maier, Geschäftsführer der Volkshochschule Coburg, für die langjährige Leitung und Betreuung der VHS-Theatergruppe. Schilling selber erinnerte in einem Rückblick an die Höhepunkte in seinen mehr als drei Jahrzehnten im EBW.

Die Neuwahlen bei der Mitgliederversammlung des EBW Coburg bestätigten den Bad Rodacher Pfarrer Christian Rosenzweig als Vorsitzenden des Bildungswerkes. Als Stellvertreterin steht ihm weiter Christine Liebst zur Seite. Als Beauftragter des Dekanatsausschusses arbeitet Dekan Andreas Kleefeld im Vorstand mit. Beisitzer sind künftig Ulrich Bretschneider, Stefan Hinterleitner, Diakonin Gabriele Lehrke-Neidhardt, Markus Wecker und Sylvia Gebhart. Ob dieser Vorstand aber die ganze Amtsperiode Bestand hat, ist ungewiss. Denn die Evangelische Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Bayreuth steht vor einem einschneidenden Strukturwandel.

Wie Pfarrer Dieter Stößlein, theologischer Referent im Bildungswerk, ausführte, werde es wohl in nicht allzu ferner Zukunft nur noch ein EBW Oberfranken West geben, das die Dekanatsbezirke Coburg, Bamberg, Kronach und Michelau, die Fränkische Schweiz und einen Teil von Unterfranken, die Dekanate Ebern und Rügheim umfassen sollte. Die Begeisterung in den betreffenden Dekanatsbezirken halte sich freilich in Grenzen. Für die mögliche Umsetzung gehe der Trend zu dem Modell mit einem EBW-Trägerverein und einer Einrichtung, Sitz in Bamberg oder in Coburg. Aber das letzte Wort sei in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. "Hier kam es monatelang zu keinem wirklichen Vorankommen", bedauerte Pfarrer Rosenzweig. Aber: "Die Entscheidung für ein gemeinsames Bildungswerk ist richtig."

Pfarrer Stößlein wies auf das zu Jahresbeginn in Kraft getretene bayerische Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung hin. Dort sei die religiöse Bildung nun fest verankert. Martin Koch