und Brigitte Krause

Nein, nein, Rita Krebs wehrt ab, in die Zeitung will sie nicht. Aber da hilft ihr nichts: Wer sich über drei Jahrzehnte im Hintergrund um ein solches Ereignis - und letztlich auch um den Kreis-Caritasverband - verdient gemacht, so viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement hineingesteckt hat, der wird doch mal ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Wann sonst? Heuer organisierte sie ihren 30. Caritas-Ball.
Es ist der dritte Ball, der im Oberaurachzentrum abgehalten wurde, und, um es vorwegzunehmen, er glückte trotz nasser, fast eisiger Witterung.
Davor war die Knetzgauer Franz-Hofmann-Halle die festliche Lokalität, momentan wegen Brandschutz-Mängeln geschlossen. Mit dem "Umzug" verbunden war ein Umbruch für Rita Krebs. Was sich für die Knetzgauerin kurz vor dem Ball noch durch "schnell einmal hinfahren" erledigen ließ, das verursachte ihr in Oberaurach erst Sorgen. Schließlich kommen in den letzten Tagen vor dem Ereignis bestellte Materialien an, Dekoteile müssen gestellt, die Heizung angedreht, die Bar aufgebaut werden. Es braucht da jemanden mit "Schlüsselgewalt". Den Rita Krebs bald in Jens Silge gefunden hatte: "Die haben da ja einen Hausmeister, der ist nicht mit Geld zu bezahlen", sagt sie begeistert, "er ist nie aufgeregt, ihm ist nie was lästig, er ist total hilfsbereit, total nett!" Und eine dementsprechende Stütze für die Organisatorin, die in früheren Jahren in Knetzgau als Erste vor Ort war und am Ende die Lichter ausdrehte und die Türen abschloss.
Ja, sagt sie etwas versonnen im Blick auf die früheren Jahre, der Caritas-Ball, das ist einfach "mein Ball, meine Caritas". Die Stunden, die sie investierte, zählt sie nicht. In den Anfangszeiten hatte der Vorgänger von Anke Schäflein, der frühere Caritas-Geschäftsführer Klaus Diedering, ein Zeiler, den Tanz aus der Taufe gehoben. Die ersten Caritas-Bälle - noch ohne Rita Krebs, fanden im Göller-Saal statt, die Menschen kamen, "weil sie der Caritas etwas Gutes tun wollten": Schließlich floss der Erlös in die Caritas-Arbeit vor Ort. Das ist bis heute so.
Und es motiviert Rita Krebs: "Ich will den bestmöglichen Erlös für die Hilfsbedürftigen!" Jeden Cent rechnet sie peinlich genau ab, fuhr früher am Tag zuvor schon mal die Speisekarten zu den Bedienungen, nur um Porto zu sparen.


"Das ist eine Augendweide"

Ein bisschen stolz ist sie schon, wenn sie an dem Ballabend auf das Treiben schaut. Es war richtig, bei der Verpflichtung der Tanzmusik auf Bands zu achten, die mehr in ihrem Repertoire führen als nur Foxtrott: "Wenn man das beobachtet: Die tanzen Figuren, das ist eine Augenweide", schwärmt sie. Das Publikum ist erlesen, viele Tanzkreise kommen extra hierher. Beispielsweise der des Kitzinger Caritas-Kreisgeschäftsführers Paul Greubel, der oft die Eröffnungspolonaise anführte. Es ist eine Kunst, die Polonaise-Figuren vorzugehen, weiß Rita Krebs.
Der Caritas-Ball ist mit dem CSU-Ball einer der großen gesellschaftlichen Tanzereignisse im Landkreis geworden. Mit den CSU-Organisatoren verbindet Rita Krebs seit Jahren ein gutes Verhältnis: "Wir haben gemeinsam die Kerzenständer angeschafft", plaudert sie aus dem Nähkästchen. Da gibt es ein paar "Joint Ventures", das Einlagern der Deko teilt man sich.
Entspannt für das Foto war Rita Krebs gerade mal für unser Foto, beim Ball selbst musste sie manches im Hintergrund managen. Die Angst vor Eisregen begleitete sie durch Tage vorher, obwohl sie eigentlich schon fast alles erlebt hat, was so schiefgehen kann.


Pleiten, Pech und Pannen

Einmal waren, erzählt sie, zwölf Stunden vor dem Ball die alkoholfreien Getränke nicht geliefert, mehrere Bedienungen erkrankten tags zuvor und einmal war schon alles bereitet, die Franz-Hofmann-Halle dekoriert, die Tombola mit 1500 Preisen aufgebaut (damals gab es noch für jedes Los einen kleinen Preis), und dann brach am Vorabend der Golfkrieg aus. Der Ball wurde abgesagt. "Viele der Preise waren Lebensmittel, die die heimischen Metzger und die Käserei in Lendershausen gestiftet hatten. Das haben wir dann an unsere Seniorenheime, Kindergärten und die Krankenhäuser verteilt", erinnert sich Rita Krebs - nun wieder lächelnd, als "ihr" 30. Caritas-Ball morgens um 2 Uhr auf der Zielgeraden ist.
Wenn sie heute wieder an ihrem Arbeitsplatz sitzt, kann Rita Krebs auf ruhigere Nächte hoffen. Block und Bleistift auf dem Nachtkästchen, bleiben nun erst einmal unangetastet. Aber: Nach dem Ball ist vor dem Ball.