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Fürth
Fitnessstudios in Bayern

Fitnessstudio-Betreiberin aus Franken: "Trotz Corona muss man sich an Wiedereröffnung herantasten"

Noch immer gibt es keinen Termin zur Wiedereröffnung der Fitnessstudios in Bayern. Das stößt sowohl bei Nutzern als auch bei Besitzern von Fitnessstudios auf Unverständnis. Ulrike Gspahn führt zusammen mit ihrem Mann ein Fitnessstudio in Fürth. Auch sie versteht nicht, warum dort weiterhin kein Sport getrieben werden darf.
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Fitnessstudio
Nicht bei allen Übungen werden Unmengen an Aerosol ausgestoßen, das potenziell das Coronavirus verbreiten kann. Foto: FitNish Media/unsplash

In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben die Fitnessstudios seit kurzem wieder geöffnet - unter strengen Auflagen. Auch andere Bundesländer haben bereits Termine für die Öffnung der Fitnessstudios festgelegt. Bayern hingegen lässt auf sich warten. Noch weiß niemand, wann hier wieder in Studios trainiert werden kann.

Das sorgt nicht nur bei Mitgliedern für Unmut, sondern auch bei den Betreibern der Fitnessstudios. Für Ulrike Gspahn ist es unverständlich, warum andere Branchen wie Gastronomie und Bekleidungsgeschäfte, bereits wieder öffnen dürfen, Fitnessstudios aber nicht. Zusammen mit ihrem Mann Dieter Gspahn führt sie das Fitnessstudio "Fitness Funtastic" in Fürth.

Fitnessstudio-Betreiberin aus Franken: Die Umsetzung der Corona-Auflagen sollte kein Problem darstellen

Wo die Fitnessstudios schon geöffnet haben, müssen sich Mitglieder und Mitarbeiter an strenge Auflagen halten. Geräte müssen beispielsweise häufiger desinfiziert werden, jeder muss ein eigenes großes Handtuch mitbringen und pro sieben Quadratmeter darf nur ein Mitglied ins Studio.

Ulrike Gspahn sieht in der Umsetzung davon keine Schwierigkeiten. Fitnessstudios hätten von Grund auf hohe Hygienestandards, Geräte würden sowieso desinfiziert und abgewischt und jedes Mitglied würde schon immer ein Handtuch auf sein Trainingsgerät legen.

"Wichtig ist der Abstand", betont sie. Aber auch das sei für die meisten Studios keine Herausforderung. "Unser Studio ist 700 Quadratmeter groß und zur Stoßzeit haben wir 30 Check-Ins", sagt sie. Selbst höher frequentierte Studios könnten es mit ihren Mitgliedern kommunizieren, wenn der Studioalltag durch Corona nicht wie sonst ablaufen würde. Andererseits sieht Gspahn auch die Eigenverantwortung bei den Mitgliedern. Sie müssen auf ihren Gesundheitszustand achten und sich einem gewissen Restrisiko bewusst sein.

Fitnessstudios in Corona-Zeiten: Ein Restrisiko bleibt aber: "Man muss sich irgendwo herantasten"

Auch Aerosol soll bei der Verbreitung von Covid-19 eine Rolle spielen. Gerade beim Sport wird vermehrt Atemluft ausgestoßen. Doch Ulrike Gspahn weist darauf hin, dass eigentlich alle Fitnessstudios über Air Conditioning oder gute Belüftung verfügen. In ihrem Fitnessstudio gibt es eine 40 Meter lange Fensterfront, über die genug frische Luft hereingelassen werden kann.

"Und sonst müssen Ausdauersportarten eben erstmal gecancelt werden. Wenn jemand seine normalen Übungen im Fitnessstudio macht, dann wird ihm zwar etwas warm, aber ihm wird nicht der Schweiß hinuntertropfen", sagt Gspahn. 

"Man muss sich irgendwo herantasten", betont sie. Auch im Alltagsleben könne man sich nicht hundertprozentig schützen. Aber durch die Auflagen würde das Risiko einer Ansteckung im Fitnessstudio minimiert werden.

Die weitere Schließung wirkt sich auch negativ auf die Gesundheit der Mitglieder aus

Für kleine und mittelständische Unternehmen sei eine Wiedereröffnung nun überlebenswichtig, schließlich hingen auch viele Arbeitsplätze daran. Doch die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kunden steht für Gsphan an erster Stelle. Gerade deshalb spricht sie sich aber für eine Öffnung der Studios aus. Vor allem ältere Menschen würden die Fitnessstudios auch für die Linderung von körperlichen Beschwerden nutzen.

Auch ein Fitnessstudio in Schwabach hadert mit der momentanen Situation und hat bereits Vorkehrung für die hoffentlich baldige Öffnung betroffen.

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