Trinkwasserversorgung wird oft als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Dennoch gibt es zahlreiche Faktoren, die sie zunehmend schwieriger gestalten. Vor allem der Klimawandel bringt große Herausforderungen für die Wasserwirtschaft mit sich, wie aus einer Pressemitteilung der Fernwasserversorgung Franken (FWF) hervorgeht. 

Die Grafik zeigt, dass die Preise für das Trinkwasser in Bayern schon seit mehr als zehn Jahren konstant steigen. 2019 mussten die bayerischen Haushalte 1,65 € pro Kubikmeter Trinkwasser zahlen. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk betont Dietrich Borchardt, Forschungsleiter Wasserressourcen und Umwelt beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, dass unser Wasser dennoch extrem billig sei.  

 

Was sind Gründe für die Preissteigerung? 

Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist ein weltweites Vorbild. Eine Preissteigerung habe vor allem mit einer großen Infrastruktur zu tun, die hinter der Trinkwasserversorgung stecke und die natürlich auch betrieben und erneuert werden müsse. Auch das hoch qualifizierte Personal, das hinter den Abläufen steckt, muss entsprechend bezahlt werden.  

„Wir zahlen pro Liter Wasser im Durchschnitt 0,2 Cent. Und das ist wirklich ein sehr geringer Preis, wenn man bedenkt, dass für 24 Stunden am Tag, jederzeit im Jahr, Wasser aus dem Wasserhahn kommt, das ich bedenkenlos für alle Belange nutzen kann – einschließlich es sofort trinken.“, so Borchardt. 

Wieso sind die Preise regional so unterschiedlich? 

Auf den beiden Karten sind die Entgelte für das Trinkwasser in Bayern aus dem Jahr 2009 und 2019 gegenübergestellt. Durch die farbliche Markierung ist die Preissteigerung des Wassers zu erkennen. Ebenso wird deutlich, dass offenbar große regionale Unterschiede bezüglich der Preise bestehen.  

Der Verband kommunaler Unternehmen e.V. erklärt die regionalen Preisschwankungen vor allem durch verschiedene strukturelle Rahmenbedingungen. Dazu gehören zum Beispiel die Topografie, die Siedlungsstruktur und die Wasserverfügbarkeit in der Region.  

Diese Bedingungen variieren je nach Ort und können auch nicht von den Wasserversorgern beeinflusst werden.  Wenn man diese Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt, sollte man auf einen direkten Vergleich der Wasserentgelte also verzichten, weil dieser im Endeffekt nichts über die Angemessenheit des Preises aussagt. 

Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Vorschaubild: © Oliver Berg, dpa (Symbolbild)