Polarlichter über Franken: Wo und wann die besten Sichtungen möglich sind

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In Franken stehen die Chancen auf Polarlichter auch in den kommenden Nächten besonders gut. Geomagnetische Störungen und klare Nächte machen den Himmel zu einem Highlight.

Ein seltenes Himmelsphänomen hat Franken am späten Montagabend, 19. Januar 2026, verzaubert: Polarlichter in Grün, Rot und sogar Violett erhellten den Himmel über Städten wie Bamberg, Fürth und Sachsen bei Ansbach. Auch in Berg im Kreis Hof und weiteren ländlichen Gegenden bot sich ein faszinierender Anblick. Wir haben viele Bilder - auch von Lesern - gesammelt, die das Spektakel zeigen. 

Meteorologen und Astronomen empfehlen, den Himmel weiterhin im Auge zu behalten. Laut der NOAA könnten die Auswirkungen des Sonnensturms noch bis Mittwoch anhalten. Besonders in nördlichen und mittleren Breiten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, die farbenfrohen Lichter erneut zu sehen.

Polarlichter über Franken: Chancen auf Sichtung 

Am Dienstag, 20. Januar 2026, und Mittwoch, 21. Januar 2026, stehen die Chancen, Polarlichter über Franken zu sehen, außergewöhnlich gut. Dies liegt an einem starken geomagnetischen Sturm, der durch einen koronalen Massenauswurf ausgelöst wurde und aktuell die Erde erreicht.

Der sogenannte KP-Index, der die geomagnetische Aktivität misst, liegt bei 6 bis 7. Diese Werte ermöglichen laut der Seite Polarlicht-Vorhersage Sichtungen bis in südliche Breitengrade wie Bayern. 

Wie die Seite Heute am Himmel berichtet, haben sich die Wetterbedingungen in Franken für die kommenden Nächte deutlich verbessert. Ein klarer Himmel in vielen ländlichen Regionen wird erwartet, was die Chancen auf Sichtungen weiter erhöht. Besonders die geomagnetischen Störungen durch Sonnenteilchen sorgen für die beeindruckenden Farben am Nachthimmel.

Die besten Beobachtungsorte in Franken

Für die Sichtung der Polarlichter bieten sich in Franken mehrere Orte an, die gute Bedingungen wie geringe Lichtverschmutzung und eine freie Sicht nach Norden bieten.

  • Oberfranken: Laut BR24 eignet sich der Vogelberg in Bischberg im Landkreis Bamberg besonders gut. Er bietet eine panoramische Sicht Richtung Norden und ist weit entfernt von städtischem Licht.
  • Mittelfranken: Das Fränkische Seenland ist ein beliebtes Ziel für Beobachtungen.
  • Unterfranken: Die Region um Bad Kissingen und der Spessart bieten optimale Bedingungen für Polarlicht-Sichtungen.

Ein Tipp nahe Franken ist die Sternwarte Neumarkt. Die Lage in der Oberpfalz, abseits größerer Städte, sorgt für geringere Lichtverschmutzung und optimale Bedingungen für die Sichtung von Himmelsphänomenen wie Sternschnuppen oder Planeten.

Tipps für die Polarlicht-Sichtung

Damit die Sichtung der Polarlichter in Franken gelingt, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden:

  • Möglichst dunkle Orte ohne Lichtverschmutzung aufzusuchen.
  • Den Himmel regelmäßig überprüfen, da Polarlichter plötzlich auftauchen können.
  • Wetterbedingungen beachten: Eine klare Sicht ist entscheidend, Wolken verhindern den Blick auf das Polarlicht.
  • Vorhersagetools nutzen, um magnetische Aktivität und die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern zu bestimmen.
  • Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts, da die Aktivität oft in diesem Zeitraum am höchsten ist.
  • Warme Kleidung tragen, da die Sichtung meist in kalten Regionen oder Jahreszeiten erfolgt.
  • Geduld mitbringen, da Polarlichter oft nur kurz sichtbar sind und die Wartezeit variieren kann.

Normalerweise treten Polarlichter nur in polnahen Regionen auf, doch die Intensität des geomagnetischen Sonnensturms machte das Spektakel in ganz Bayern sichtbar. Das Farbenspiel entstand durch geladene Teilchen der Sonne, die vom Erdmagnetfeld in Richtung Polarregionen gelenkt wurden. Laut der Experten des Deutschen Wetterdienstes war das Auftreten in der vergangenen Nacht (19. Januar) eine der seltensten Gelegenheiten, Polarlichter in Süddeutschland zu erleben.

Seltenes Sonnensturm-Schauspiel: Polarlichter über Franken zu sehen

Ein außergewöhnlich starker Sonnensturm hat am späten Montagabend den Himmel über Franken in ein farbiges Lichtspiel verwandelt. In Städten wie Fürth und Bamberg waren die Polarlichter mit bloßem Auge sichtbar, wie die fränkische Nachrichtenagentur News5 berichtete. Besonders in ländlichen Gegenden bot sich ein beeindruckender Anblick: Grüne und rote Lichter durchzogen den sternenklaren Himmel.

Die Polizei Mittelfranken nahm sich die Zeit, ein Polarlicht-Foto auf Facebook zu posten. "Ein besonderer Moment am gestrigen Abend: Über Mittelfranken waren Polarlichter zu sehen – festgehalten von den Kolleginnen und Kollegen der Polizeiinspektion Weißenburg", heißt es. Besonders kreativ fällt die Überschrift aus: "Blaulicht trifft Polarlicht."

Auch über anderen Regionen Bayerns, sowohl in Städten als auch in den ländlichen Gegenden, waren die Nordlichter zu sehen. Mit ihrer intensiven Leuchtkraft erhellten sie den Himmel und verzauberten die Menschen. Laut News5 ist ein solches Spektakel in diesen Breiten besonders selten, da Polarlichter normalerweise nur in polnahen Regionen auftreten. Von Norddeutschland bis hin zu den Alpen waren die Polarlichter sichtbar – ein Ereignis, das selbst Experten überrascht hat. Die ungewöhnliche Intensität des geomagnetischen Sturms machte das farbige Leuchten selbst weit südlich der Polarregionen erkennbar. Obwohl solche Erscheinungen in Deutschland äußerst selten sind, waren die Lichter durch den starken Sonnensturm deutlich zu sehen, wie der Deutsche Wetterdienst bestätigte.

Hintergründe: Wie entstehen Polarlichter?

Polarlichter entstehen durch das Zusammenspiel von Sonnenwind, geladene Teilchen der Sonne und dem Erdmagnetfeld. Dieses Magnetfeld lenkt die Teilchen zu den Polarregionen, wo sie auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in der Atmosphäre treffen. Laut dem DWD regen die Teilchen diese Gase zum Leuchten an, wodurch die farbigen Lichter entstehen. Die Farbe hängt von der Höhe und dem angeregten Gas ab: Grün und Rot entstehen durch Sauerstoff, Blau und Violett durch Stickstoff.

Der geomagnetische Sturm, der dieses Spektakel auslöste, erreichte die zweithöchste Stufe G4, wie die US-Atmosphärenbehörde NOAA berichtete. Die außergewöhnliche Intensität führte dazu, dass die Polarlichter bis nach Süddeutschland sichtbar waren – ein äußerst seltenes Ereignis in unseren Breitengraden.

Die Eruptionswolke der Sonne hat die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden zurückgelegt – eine außergewöhnliche Geschwindigkeit, die laut Spaceweather zu den schnellsten jemals beobachteten koronalen Massenauswürfen (CME) der letzten 30 Jahre gehört. Diese Geschwindigkeit von rund 1660 km/s zeigt, wie extrem der Sonnensturm war.

Außergewöhnlicher Sturm mit Auswirkungen noch bis Mittwoch

Dieses seltene Ereignis erinnert daran, wie faszinierend die Natur sein kann. Sonnenstürme wie dieser sind nicht nur ästhetisch beeindruckend, sondern haben auch wissenschaftliche Bedeutung.

Die NOAA überwacht solche Ereignisse genau, da sie auch Auswirkungen auf moderne Technologien wie Satelliten und GPS-Systeme haben können. sl/mit dpa

Die schönsten Aufnahmen aus der Community

Auch in Franken haben es einige aufmerksame Himmelsbeobachter geschafft, das Himmelsphänomen vor dem nächtlichen Nachthimmel fotografisch einzufangen. Der inFranken.de-Redaktion wurden von mehreren Fotografinnnen und Fotografen Aufnahmen zugeschickt. Ingmar Stenglein hat die Polarlichter beispielsweise vom Kreuzberg bei Marktrodach aus eingefangen.

Carolin Metz gelangen farbprächtige Aufnahmen in Bischofsheim in der Rhön. 

Domi konnte das seltene Phäomen in Kramersfeld fotografieren.

Vorschaubild: © privat/ Ingmar Stenglein