Franken zahlen am meisten Geld fürs Leitungswasser - was der Freistaat jetzt plant

1 Min

Wasser als "Lebensmittel Nummer eins" - dafür muss sich der Freistaat Bayern etwas einfallen lassen. Erste Pläne zur Wasserversorgung wurden jetzt präsentiert.

Diesen Spitzenplatz will keiner haben! In Franken müssen die Menschen mehr für frisches Leitungswasser bezahlen als im Süden und Osten Bayerns. Das ergibt eine Auswertung von Daten des Statistischen Landesamts. Rechnet man mit dem bayernweit durchschnittlichen Verbrauch von knapp 49 Kubikmetern pro Kopf und den Preisen des Jahres 2022 musste ein Zwei-Personen-Haushalt demnach in Mittelfranken rund 286 Euro für das Trinkwasser bezahlen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit Bezug auf das Statistische Landesamt schreibt, waren es im Vergleich dazu in Unterfranken 274 Euro und in Oberfranken etwa 273 Euro. Der Blick auf die anderen Regionen dürfte den Franken so gar nicht gefallen. Seit Juni 2023 gelten zudem noch strengere Regeln fürs Leitungswasser - die Grenzwerte für bestimmte Schwermetalle haben sich verändert. 

Franken zahlen am meisten Geld - Freistaat präsentiert Pläne zur Wasserversorgung

Wie aus den Daten hervorgeht, war das Wasser in Schwaben mit 212 Euro am günstigsten. Auch in der Oberpfalz mit 217 Euro und Oberbayern mit 219 Euro kommen die Menschen vergleichsweise gut weg. In Niederbayern wurden 225 Euro fällig.

Alle Werte sind dem dpa-Beitrag zufolge ohne Abwasserentgelte gerechnet. Würde den Franken aber auch nicht weiterhelfen in dieser Rangliste. Denn: Da die Region als regen ärmer gilt als der Rest Bayerns, sind diese Kosten ebenfalls höher. Und auch beim Blick weiter in die Vergangenheit zeigt sich ein ähnliches Muster. Wasser ist für den bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber (Freie Wähler) ein wichtiges Thema.

Bei einer Veranstaltung am Freitag, 21. Juli in Nürnberg, sprach Glauber über die zukünftige Wasserversorgung im Freistaat und deren Anpassung an den Klimawandel. "Der große Wassertank unter uns leert sich", sagte der Umweltminister mit Blick auf Grundwasser und Klimawandelfolgen. Der Norden Bayerns sei dabei stärker herausgefordert als der regenreichere Süden.

Beste Wasserqualität in allen Regionen - erste Gespräche laufen 

Und der Freistaat Bayern hat Pläne. Damit Wasser als "Lebensmittel Nummer eins" auch künftig in bester Qualität und ausreichender Menge aus dem Wasserhahn fließen kann, heißt es bei der dpa, soll laut Umweltministerium eine Verbundstruktur der Fernwasserversorger in aufgebaut werden. Die Kosten dafür bezifferte Glauber auf vier bis fünf Milliarden Euro in den kommenden Jahren.

Das Ziel sei es, dass damit" regionale Verbundleitungen ausgebaut und zugleich bestehende Fernwassersysteme miteinander verbunden werden". Und weiter: "In einem Projekt des Umweltministeriums mit den elf Fernwasserversorgern in Bayern soll die Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung zunächst noch bis Ende 2024 untersucht werden".

Außerdem solle in einer ersten Maßnahme "ein überregionaler Verbund von Unterfranken und Oberfranken geschaffen werden". Gespräche mit den Beteiligten in den Regionen würden demnach bereits stattfinden. 

Vorschaubild: © Patrick Pleul (dpa)