"Wehren Sie sich energisch": Fränkische Polizei schlägt Alarm wegen aktueller Betrugsmasche

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Franken: Polizei schlägt Alarm wegen aktueller Betrugsmasche
Aktuell treiben in Mittelfranken Betrüger mit einer perfiden Masche ihr Unwesen.
Franken: Polizei schlägt Alarm wegen aktueller Betrugsmasche
Christopher Schulz (Symbol)

Immer wieder geraten fränkische Senioren ins Visier von skrupellosen Betrügern, die sie um ihr Erspartes bringen wollen. Nun warnt die Polizei speziell vor einer aktuell häufig auftretenden Masche.

Das Polizeipräsidium Mittelfranken warnt die Bevölkerung in einer aktuellen Mitteilung mit Nachdruck vor einer Betrugsmasche, die in ihrem Zuständigkeitsbereich zuletzt gehäuft angewandt wurde. In diesen Fällen geben sich die Verbrecher als falsche Handwerker oder Stadtwerksmitarbeiter aus und verschaffen sich mit einer Lüge Zutritt zu den Wohnungen der Geschädigten.

Als Beispiel für dieses Vorgehen schildern die Beamten einen Fall in der Waldstraße in Gunzenhausen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen vom Mittwoch (12. August 2026). Dort erklärten zwei Männer an der Tür einer Seniorin, die Zählerstände ablesen zu müssen.

Dreiste Betrugsmasche in Franken - Senioren im Fadenkreuz

Hierbei schlich sich einer der Unbekannten an der 94-Jährigen vorbei in deren Wohnung, während der zweite Täter die Frau durch das Gespräch ablenkte. Als das Opfer schließlich bemerkte, dass der zweite Mann bereits in der Wohnung war, eilte es in das Schlafzimmer. Dort machte sich der Täter gerade an Schmuckschatullen zu schaffen und steckte Schmuck in bislang unbekannter Höhe ein. Anschließend ergriff er gemeinsam mit seinem Begleiter die Flucht. Der Dieb, der in ihre Wohnung eindrang, wird wie folgt beschrieben:

  • männlich
  • circa 25 bis 35 Jahre alt
  • osteuropäische Erscheinung
  • lockige schwarze Haare
  • schwarzes T-Shirt und eine gelbe Weste

Ein ähnlicher Ablauf wurde bei einem Fall in Ansbach am Dienstag (11. August 2026) festgestellt. Hier bekam eine Seniorin unangekündigt Besuch von angeblichen Mitarbeitern der Stadtwerke. Die 69-Jährige bat die beiden Männer daraufhin in ihre Wohnung und zeigte ihnen die Heizkörper. Erst nachdem die beiden Unbekannten wieder gegangen waren, kamen der Dame Zweifel an der Identität der Männer. Einen Entwendungsschaden konnte sie allerdings nicht feststellen.

Polizei Mittelfranken gibt potenziellen Opfern Ratschläge

Einen Tag später klingelte ein Unbekannter gegen 9.30 Uhr an der Wohnungstür einer 90-Jährigen im Osten Nürnbergs. Der Mann gab sich ihr gegenüber als Handwerker aus, der das Wasser kontrollieren müsse. Rund zehn Minuten verbrachte der Mann daraufhin im Bad, bevor er die Wohnung wortlos verließ. Ohne dass es die abgelenkte Geschädigte bemerkte, hatte offenbar ein zweiter Unbekannter in der Zwischenzeit die Wohnung betreten und einen größeren Geldbetrag entwendet.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Betrugsmasche und gibt eine Reihe von Tipps für das richtige Verhalten in derartigen Fällen:

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe, und zögern Sie nicht, die Polizei zu verständigen, wenn Sie verdächtige Fremde im Gebäude beobachten.
  • Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder und ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu. Öffnen Sie Unbekannten nur bei vorgelegtem Sperrriegel.
  • Lassen Sie nur Mitarbeitende von Handwerksbetrieben oder der Hausverwaltung in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von Ihrer Hausverwaltung vorab angekündigt worden sind. Das gleiche gilt für vermeintliches Personal der Stadtwerke oder Ableser von Gas-/Stromzählerständen.
  • Verlangen Sie von Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel. Rufen Sie im Zweifel vor dem Einlass die entsprechende Behörde an. Suchen Sie deren Telefonnummer unbedingt selbst heraus!
  • Sprechen Sie mit Ihren älteren Verwandten oder Bekannten über diese Masche.