Weil ein Lkw-Gespann mit einer Ladung heißem Asphalt mitten auf die Fahrbahn kippte, kam es am Mittwoch zu einem Verkehrschaos auf der A9 in Mittelfranken. Erst nach einigen Stunden konnte der Streckenabschnitt wieder freigegeben werden.
Am Mittwoch (12. August 2026) hat sich auf der A9 bei Schnaittach im Nürnberger Land ein folgenschwerer Unfall ereignet. Nun hat die Polizei eine offizielle Pressemeldung veröffentlicht, in der sie den genauen Ablauf des Unglücks schildert, das für eine stundenlange Sperrung der Autobahn sorgte.
Demnach fuhr ein 43‑Jähriger aus der Region gegen 9.10 Uhr mit seinem Lkw‑Anhängergespann an der Anschlussstelle Hormersdorf auf die Autobahn in Fahrtrichtung München auf, als unmittelbar nach dem Eingliedern in die Hauptfahrbahn ein Anhänger des Gespanns ins Schlingern kam. Der Anhänger, welcher erheblich schwerer beladen war als das Zugfahrzeug, geriet mehr und mehr in Schräglage, sodass er schließlich an der Außenschutzplanke entlangschliff. Schlussendlich kam das gesamte Gespann nach links ab, kippte um und kam quer über alle drei Fahrstreifen der Richtungsfahrbahn München in Seitenlage zum Stillstand.
Heißer Asphalt verteilt sich nach Unfall auf Autobahn in Mittelfranken
Im Angesicht der urplötzlich vollständig blockierten Fahrbahn konnten zwei direkt nachfolgende Pkw nicht mehr rechtzeitig zum Stillstand gebracht werden und kollidierten beide frontal mit dem Gespann. Auf dem Anhänger des verunfallten Lkw war ein Transportbehälter montiert, in welchem rund fünf Tonnen heißer Asphalt mitgeführt wurden. Nachdem das Gespann umgekippt war, trat eine erhebliche Menge des heißen Asphalts aus dem Behältnis aus und verteilte sich über mindestens zwei Fahrstreifen. Fatalerweise kühlte der Asphalt ab, verfestigte sich und verband sich teilweise mit der Fahrbahndecke, was die Bergung erheblich erschwerte.
Der 43‑jährige Lkw‑Fahrer und dessen 37‑jähriger Beifahrer, sowie der 46‑jährige Fahrer des einen Pkw blieben unverletzt. Der 31‑jährige Fahrer des zweiten Pkw und dessen 27‑jährige Beifahrerin wurden hingegen leicht verletzt und per Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus verbracht. Alle am Unfall beteiligten Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt und mussten durch den Abschleppdienst geborgen werden.
Wegen des Unfalls und der daraus resultierenden Bergungsarbeiten, insbesondere der großflächigen Verunreinigung der Fahrbahn durch den ausgetretenen Asphalt, wurde die A9 in Fahrtrichtung München vollständig gesperrt. Die Vollsperrung dauerte bis 16 Uhr an, der Verkehr musste an der Anschlussstelle Hormersdorf ausgeleitet werden.
THW beseitigt Asphalt - beträchtlicher Schaden
Die Feuerwehren aus Schnaittach, Hormersdorf und Osternohe waren zur Absicherung der Unfallstelle sowie zur Unterstützung der Bergung und Stauabsicherung vor Ort. Mit der Beseitigung der gröberen, bereits verfestigten Asphaltmengen wurde das THW Lauf beauftragt. Die Autobahnmeistereien Fischbach und Trockau befanden sich ebenfalls vor Ort. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der entstandene Sachschaden auf knapp 100.000 Euro.