Bei Erich Herchenhahm im oberfränkischen Ahorn gibt es nichts, was es nicht gibt. Die Trödel-Koryphäe gilt bei Second Hand-Fans seit Jahren als Geheimtipp. Hier lesen Sie, was den 76-Jährigen so einzigartig macht und warum es die Menschen so sehr fasziniert, gebrauchte Waren zu erstehen oder zu verkaufen (für Digital-Abonnenten kostenlos).

Ein paar Antworten schon vorweg: Ob und wie gut die Umwelt-Bilanz beim Kaufen gebrauchter Waren ausfällt, hat Meike Rix, Redakteurin der Zeitschrift "Öko-Test" verraten:

Frau Rix, wie sehr profitieren Umwelt und Käufer, gebraucht zu kaufen?

Meike Rix: Beim Gebraucht-Kaufen gewinnen meistens alle: Unter anderem spart der Käufer Geld, findet vielleicht etwas besonderes individuelles, und viele Schadstoffrückstände sind schon ausgewaschen oder ausgedünstet. Und wenn wir weniger massenhaft Billigware kaufen, sondern auf dem Flohmarkt langlebige Waren vorm Weggeschmissen werden "retten", profitiert auch die Umwelt, weil sie insgesamt weniger durch die Produktion und Entsorgung von Konsumartikeln belastet wird.

Bei welchen Produkten macht es überhaupt Sinn, gebraucht zu kaufen?

Gut erhaltene Kleidung, Möbel, Fahrräder und Bücher kann man zum Beispiel gut gebraucht kaufen. Für Kindersachen gibt es einen sehr gut funktionierenden Second-Hand-Markt. Vorsicht gilt bei sehr altem Spielzeug. Da können Schadstoffe drin sein, die vor Jahrzehnten verboten worden sind. Auch eine Matratze würde ich nicht gebraucht kaufen, weil ich sie nicht waschen kann und da zum Beispiel auch Schimmelpilze drin stecken können.

Auf was sollte man beim Kauf von gebrauchten Waren achten?

Auch wenn etwas Gebrauchtes "fast nichts" kostet, lohnt es sich doch auf Qualität zu achten. Wenn mir etwas gleich schon schrottig vorkommt, lasse ich es besser liegen. Von Spielzeug für Kinder unter drei Jahren darf sich nichts abreißen und verschlucken lassen. Sehr alte Kinderjacken mit Kordeln sind unnötig riskant beim Klettern.