Im Januar erfolgte die Insolvenz, nun gibt es einen Käufer für den angeschlagenen Spielzeughändler. Doch nicht alle Filialen werden weitergeführt - auch Franken ist betroffen.
Gute Nachrichten für den Einzelhandelsriesen Rofu Kinderland: Wie die traditionsreiche Spielwarenkette mitteilte, hat die Firma einen Investor gefunden. Drei Monate zuvor hatte das Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Nun sei mit der Kids & School Holding GmbH eine entsprechende Investorenvereinbarung geschlossen worden, erklärte Rofu am 23. April 2026.
Die Investorenlösung soll über einen Insolvenzplan umgesetzt werden, so das Unternehmen. Eine Abstimmung ist für den Sommer geplant. Allerdings sollen laut Vereinbarung nicht alle Rofu-Filialen fortgeführt werden. Mehreren Standorten droht die Schließung - darunter auch Läden in Franken.
Rofu Kinderland findet Investor - Filialen Ansbach, Kulmbach und Weißenburg müssen schließen
Wie aus der aktuellen Mitteilung des Spielwarenhändlers hervorgeht, sollen nur 77 der rund 100 Filialen fortgeführt werden. 27 Standorte seien nicht Teil des Erwerberkonzepts und würden vom neuen Eigentümer nicht übernommen, so der Spielwarenhändler. Diese Filialen werden voraussichtlich bis Juli einen Räumungsverkauf durchführen. Den dortigen rund 330 Mitarbeitern droht die Kündigung.
Auch Franken ist von den angekündigten Schließungen betroffen. Wie ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage von inFranken.de am Dienstag (28. April 2026) mitteilte, haben die bisherigen Filialen in Ansbach, Kulmbach und Weißenburg keine Zukunft. Dort haben die Türen demnach nur noch bis Juli geöffnet, ehe die Lichter ausgehen.
Die anderen sieben fränkischen Rofu-Geschäfte in Bayreuth, Coburg, Fürth, Goldbach (Landkreis Aschaffenburg), Kitzingen, Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) und Schweinfurt werden hingegen weitergeführt und alle Mitarbeiter übernommen, heißt es seitens des Einzelhandelsriesen.
Deal mit Investor: Schließungen und Kündigungen "leider unvermeidbar"
Insgesamt seien über drei Viertel der Beschäftigten in den Filialen Teilzeitkräfte und Aushilfen, so das Unternehmen. Ihnen droht nun der Verlust ihres Jobs. Die 1035 Mitarbeiter der übrigen Filialen, die weitergeführt werden, werden vom Investor übernommen. Für die Auswahl der Filialen haben laut der Spielwarenkette verschiedene Kriterien geführt, darunter "betriebswirtschaftliche Kennzahlen und die Attraktivität der Standorte für Rofu sowie die Wettbewerbssituation", so die Firma weiter.
"Die Investorenvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans bietet die Chance, das Unternehmen Rofu zu erhalten. Auch für die Gläubiger erreichen wir damit die bestmögliche Lösung. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar", erklärt Rofu-Geschäftsführer und Pluta-Sanierungsexperte Marcus Katholing. Nur durch diese Lösung sei eine langfristige Fortführung des Unternehmens möglich. Andernfalls hätte der Firma die Einstellung des gesamten Betriebs gedroht.