Soul Food: So isst du dich glücklich – wie Essen tatsächlich auf die Psyche wirkt

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Essen für die Seele, oder auch Soul Food genannt, wirkt sich direkt auf deine Psyche aus. Was du essen solltest, um dir wirklich etwas Gutes zu tun, erfährst du hier.

Ein Stück Schokolade nach einem stressigen Tag, eine warme Suppe bei Liebeskummer – viele Menschen kennen das und essen diese Lebensmittel ganz intuitiv, wenn ihnen danach der Sinn steht. Das Phänomen ist nicht neu und nennt sich Soul Food. Denn Essen ist weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Es beeinflusst nachweislich unsere Stimmung, unsere Konzentration und sogar das Risiko für psychische Erkrankungen. Ernährung und Psyche sind eng miteinander verknüpft. 

Ernährung und Psyche in Verbindung: So wirken beide Bereiche miteinander

Die Forschung zeigt, dass zwischen dem, was wir essen, und unserer mentalen Gesundheit ein klarer Zusammenhang besteht. Laut Studien haben Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung seltener Depressionen und Angststörungen oder psychischen Stress und Nervosität.

Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen stark verarbeiteten Lebensmitteln und frischen Lebensmitteln. Wenn du also regelmäßig zu Fast Food, Zucker und Fertigprodukten greifst, riskierst du nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch negative Auswirkungen auf deine Psyche. Denn dem Körper fehlen dann wichtige Nährstoffe, die für die Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin oder Dopamin notwendig sind. Und das sind genau diese Botenstoffe, die unsere Stimmung regulieren.

Eine ausgewogene Ernährung kann Stress reduzieren, die körperliche wie mentale Resilienz stärken und das allgemeine Wohlbefinden steigern. In der ernährungsbezogenen Intervention bzw. Ernährungstherapie geht es darum, Krankheiten - auch psychische Krankheiten und Belastungen - durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung vorzubeugen und die Gesundheit bzw. Handlungsfähigkeit eines Patienten wieder herzustellen. 

Mehr als Schokolade oder Pizza: Das steckt wirklich hinter Soul Food 

Der Begriff Soul Food wird weitläufig mit süßen oder fettigen Seelentröstern verbunden, zum Beispiel mit  Eiscreme bei Liebeskummer, Pizza nach einem stressigem Tag oder Schokolade für die Nerven. Tatsächlich können solche Lebensmittel kurzfristig für ein gutes Gefühl der Entspannung sorgen. Langfristig betrachtet ist jedoch entscheidend, was unserem Körper wirklich guttut.

Gesundes Soul Food basiert auf nährstoffreichen Lebensmitteln. Dazu gehören Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und gesunde Fette. Diese liefern Magnesium, Vitamine und Spurenelemente, die Entzündungen im Körper reduzieren und sich positiv auf die Psyche auswirken können.

Ein spannender Aspekt ist dabei die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Das bedeutet, dass unser Darm und unser Gehirn über Neurotransmitter in einem ständigem Austausch stehen. Eine gesunde Ernährung unterstützt das Mikrobiom im Darm. Die guten Bakterien fühlen sich wohl und vermehren sich. Damit wird auch unsere mentale Gesundheit unterstützt. 

Soul Food fürs Gehirn: Lebensmittel, die die Stimmung wirklich beeinflussen

Bestimmte Nährstoffe sind besonders wichtig für unser seelisches Gleichgewicht. Dazu gehört allen voran die Aminosäure Tryptophan. Diese steckt unter anderem in Nüssen, Eiern und Hülsenfrüchten und ist eine wichtige Vorstufe für die Bildung von Serotonin, dem sogenannten Glückshormon. Serotonin beeinflusst unsere Stimmung, unser Schlafverhalten und unser allgemeines Wohlbefinden. Eine entsprechende Ernährung kann dazu beitragen, die emotionale Stabilität zu unterstützen und Stimmungsschwankungen abzumildern.

Ebenso wichtig sind Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettem Fisch, aber auch in pflanzlichen Quellen wie Leinsamen enthalten sind. Sie unterstützen die Gehirnfunktion, fördern die Kommunikation zwischen Nervenzellen und wirken entzündungshemmend. Ergänzt wird dieser Effekt durch Vitamine und Mineralstoffe aus Obst und Gemüse, die Stoffwechselprozesse im Gehirn unterstützen und das Risiko für depressive Verstimmungen senken können.

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung von Ballaststoffen für deine Psyche. Sie fördern eine gesunde Darmflora und stärken damit die sogenannte Darm-Hirn-Achse, also die Verbindung zwischen deinem Verdauungssystem und deiner Psyche. Ein gesunder Darm kann sich so positiv auf deine Stimmung auswirken. Eine ausgewogene Ernährung kann die psychische Gesundheit unterstützen, ersetzt jedoch keine therapeutische Behandlung. Vielmehr ist sie Teil eines Lebensstils, zu dem auch Bewegung, ausreichend Schlaf und mentale Unterstützung gehören. Wenn du Unterstützung benötigst, dann melde dich bitte bei deinem Hausarzt oder einer Beratungsstelle. 

Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / Daria-Yakovleva