In der heutigen Zeit klingt Mütterverein für manche Ohren vielleicht etwas altmodisch oder gar unemanzipiert; wenn man aber die Mütter des so bezeichneten Buckenhofener Vereins während des Festgottesdienstes in St. Josef anlässlich ihrer 50-Jahre-Feier erlebte und hörte, was dieser Verein leistet, welche Anliegen er hat und welche Interessen er vertritt, dann wurde man schnell eines Besseren belehrt!

Mit großem Selbstbewusstsein - gepaart mit genauso großer Herzlichkeit und nicht zuletzt mit Humor - wurde berichtet, wie der Mütterverein im Oktober 1969 im Forchheimer Stadtteil Buckenhofen gegründet wurde - nicht zuletzt deshalb, weil, wie es in der Einladung zum Gottesdienst hieß: "A jeder Moo hod sein Verein/ in Buckenhöfer Zeiten./ Da fiel den Frauen plötzlich ein,/ des könnemä net länger leiden. "

Zunächst ging es den Frauen und Müttern während der 15-jährigen Leitung von Reta Knauer um die Planung der gemeinsamen Jahresfeiern wie Muttertag, Nikolaus und Weihnachten. Nachfolgerin als Vorsitzende war Maria Neubauer, die aber schon nach zwei Jahren ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Es drohte die Auflösung des Vereins. Der damalige Pfarrer Köhler suchte aber intensiv nach einer neuen Verantwortlichen, und bei Martha Häfner sagte er schließlich: "Sie machen's!" - und er verschwand.

Hilfe für Menschen in Not

Nachdem Häfner sich tatsächlich bereit erklärt hatte, den Vorsitz zu übernehmen, bekam der Mütterverein neuen Zulauf und im Jahr 1987 wurde sie durch eine Wahl (per Akklamation) auch offiziell in ihrem Amt bestätigt; Agnes Lauger und Ruth Dorn wählte man jeweils zur Zweiten Vorsitzenden und zur Kassiererin. Bis heute lebt der Verein besonders von dem großen Engagement dieser Frauen und weiterer Mitglieder des Führungsteams.

Auch Pfarrer Kalluri unterstrich in seiner Predigt die Bedeutung der Arbeit aller Vereinsmitglieder: "Ein Mütterverein ist wie ein Herz für die Welt, auch in unserer Pfarrgemeinde darf dieses Herz nicht fehlen!" In den Fürbitten wurde an "alle Gemeinschaften von Frauen in vielen Kirchen dieser Welt" gedacht und gebetet, dass "ihnen immer wieder neu die Kraft, sich für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einzusetzen", gegeben werde.

Die Mütter von Buckenhofen pflegen Gemeinschaft keineswegs nur untereinander bei Festivitäten und bei gut organisierten Fahrten, sondern unterstützen Menschen in Not aucnhh finanziell. Sie halfen schon bei Projekten in Bosnien, Brasilien und Korea und es wurde Flutopferhilfe geleistet. Nicht zuletzt erhält jedes Jahr zu Weihnachten das Kinderhaus Buckenhofen eine großzügige Spende.

Seit 33 Jahren Vorsitzende

Der Mütterverein hat heute 185 Mitglieder, die sich auch regelmäßig zu guten, sicher auch manches Mal trostreichen Gesprächen treffen, wenn es z.B. Probleme in der Familie gibt oder ganz praktische Hilfe gebraucht wird. Mathilde Hartmann, zur Pfarrei St.Josef und zum Verein gehörend, nahm ganz bewusst als Privatperson und als Mutter von vier Töchtern (und Oma von schon zehn Enkelkindern) am Schluss die Ehrung von einzelnen Frauen der Vorstandsschaft vor; zu den schon erwähnten Namen kamen dabei noch Inge Sickert, Helga Neudecker und Irmgard Neubauer.

Hartmann bedankte sich aber auch bei den Frauen, die kurzfristig eingegriffen haben, wenn Not am Mann (an der Frau) war. "Durch die Erziehung unserer Kinder sind Eigenschaften und Fähigkeiten in uns gewachsen, die unserer gesamten Gesellschaft gut tun", meinte Hartmann, und nannte Umsicht, Flexibilität und (im wörtlichen Sinn) Hilfs-Bereitschaft, was z.B. auch schnelle Organisation möglich macht. Die Erziehungsarbeit der Mütter - unabhängig davon, ob sie berufstätig sind oder nicht, werde oft unterschätzt oder für selbstverständlich gehalten; aber letztlich könne alles nur mit gut aufwachsenden, sich möglichst geborgen fühlenden Kindern weitergehen.

Und im Mittelpunkt der Feier stand die inzwischen 88-jährigen Martha Häfner, die jetzt seit 33 Jahren den Vorsitz des Müttervereins Buckenhofen innehat - und die vor einigen Jahren schon mit der Ehrenbrosche der Stadt Forchheim ausgezeichnet worden war.

Der Festgottesdienst endete mit einem bekannten Marienlied zur "Mutter von uns allen", nachdem zuvor der wunderbare Sopran von Julia Deutsch mit dem berühmten "Ave Maria" von Bach/Gounod den Kirchenraum erfüllt hatte.