Die 1990er Jahre waren etwas ganz besonders im heimischen Tourismusgeschäft. In diesem Jahrzehnt gab es fast jährlich sogenannte Themenjahre. Ein bestimmtes Thema wurde dabei mit Veranstaltungen in der Werbung hervorgehoben.

1993 startete mit dem Thema "200 Jahre Entdeckung der Fränkischen Schweiz durch die Romantiker". Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck, zwei Erlanger Studenten, die 200 Jahre zuvor eine Woche lang durch die Fränkische Schweiz ritten und ihre Erlebnisse in Briefen an ihre Eltern und Freunde schrieben, sorgten für einen erste Touristenboom in der Region.

Sie sorgten indirekt sogar für einen zweiten Gästeboom. Ausgelöst durch zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen im Jubiläumsjahr wie einer Ludwig-Richter-Schau in Forchheim, zahlreichen romantischen Vorstellungen, Konzerten und Schauspielen kamen so viele Gäste in die Region wie nie zuvor und auch nie mehr danach: 1,7 Millionen Übernachtungen gab es 1993 in der Fränkischen Schweiz, stellte das statistische Landesamt fest. Das Kulturamt des Landkreises Forchheim mit Toni Eckert an der Spitze war im Auftrag des Gebietsausschusses federführender Veranstalter.

Außerdem fand in diesem Jahr zum ersten Mal ein "Kunstsommer Fränkische Schweiz" statt, der in Zusammenarbeit mit der Galerie Tauber in Pegnitz veranstaltet wurde. 16 Ausstellungen in mehreren Landkreisen hat die Galerie dazu organisiert. Spektakuläres Kunstthema war Konrad Kujau, der geniale Hitler-Tagebuchfälscher, der in Pegnitz eine Ausstellung höchstpersönlich eröffnete.

Die "Fränkische" und ihre Höhlen

1994 gab es auf gesamtfränkischer Ebene das "Minnesänger in Franken"-Jahr, bei dem die Region mit Wirnt von Grafenberc, einem bekannten Minnesänger des Mittelalters aus Gräfenberg, punkten konnte.

1995 beging der Gebietsausschuss das Höhlenjahr. Eingedenk der Tatsache, dass die Fränkische Schweiz den Höhlen ihren frühen Bekanntheitsgrad zu verdanken hat und um den Höhlentourismus in geregelte Bahnen zu lenken, kam ein erstes Höhlenprospekt auf den Markt. In diesem wurden ausschließlich die drei Schauhöhlen - Binghöhle, Teufelshöhle und Sophienhöhle - beschrieben und geologisch erklärt. Diesen Part übernahm der damalige Geologe am Fränkische Schweiz-Museum, Dr. Donat Kamphausen.

1996 hieß es "Landleben erleben". Auch hier hatte die Fränkische Schweiz einiges zu bieten: Von Pauschalangeboten wie "Vom Schäferstündchen zur Golfstunde" oder mit dem "Tag beim Bauern", der von der Touristinfo Markt Wiesenttal organisiert wurde und mit mehr als 500 Gästen sehr erfolgreich war.

Blick auf das Mittelalter

1996 war auch das Jahr, in dem sich die "Arbeitsgemeinschaft Fränkische Schweiz-Hotels" mit dem Ziel gründete, die Mitgliedsbetriebe gemeinschaftlich zu vermarkten.

In Anklang an das erfolgreiche Romantikerjahr 1993 gab es 1997, wieder unter Federführung des Forchheimer Kulturamtes, das Schlüsselbergerjahr "Ritter, Burgen und Dörfer". Anlass war der 650. Geburtstag von Konrad II. von Schlüsselberg, der im Mittelalter ein Imperium weit über die Grenzen der Fränkischen Schweiz hinaus aufgebaut hatte. Auf seiner ehemaligen Stammburg, der Burg Neideck bei Streitberg, fanden daher zahlreiche Veranstaltungen statt: Von Mittelalterspielen bis hin zum Theaterspiel "Tod des letzten Schlüsselbergers". Mehr als 80.000 Menschen besuchten die rund 50 Veranstaltungen, davon alleine fast 4.000 Menschen das Theaterspiel auf der heutigen Ruine Neideck.

1998 feierte die Region das "Bierjahr". Ausgelöst durch das Leitbild "Kein schöner Land", das der Gebietsausschuss erstellen ließ. Dort kam man zu der Erkenntnis, das Thema Bier stärker in den Fokus der Werbung zu stellen. Schließlich gibt es 69 Braustätten im Verbreitungsgebiet mit insgesamt mehr als 350 Biersorten.

1999 hieß es dann final "Gut gerüstet ins Jahr 2000". In zahlreichen Fortbildungen für alle touristischen Leistungsträger und den Mitarbeitern in den Touristen-Informationen vermittelten Experten die neuesten Erkenntnisse und Verhaltensregeln im Umgang mit Gästen. Das neue Jahrtausend konnte kommen.