Der Aktenordner ist so voll, dass nicht mehr viele Blätter zum Abheften hineinpassen. Gesammelt sind darin die Unterlagen, die für die Gründung des Forchheimer Vereins Kulturpuls relevant sind. Kulturpuls ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein - ein Dachverein für Kulturschaffende, der als Sprachrohr dient, sagt der Vorsitzende Robert Hübschmann.

"Das Gute an einem Verein ist ja, dass viele zusammen helfen", so Hübschmann weiter. "Ein Verein soll es leicht machen, den Stimmen der Ehrenamtlichen Gewicht zu verleihen." Für die Gründung brauchte es folgende vier Schritte: 1. Es braucht Mitglieder Und zwar mindestens sieben für die Gründung eines eingetragenen Vereins. Die Struktur bei Kulturpuls sei eine Besonderheit, da der Verein wiederum andere Kulturvereine sowie Einzelpersonen bündelt, sagt Rechtsanwalt Joachim Haas, der den Rechtsbeistand für die Gründung von Kulturpuls geleistet hat. Es habe anfänglich Überlegungen gegeben, eine Genossenschaft zu bilden. Ein Verein fordere allerdings weniger organisatorische Arbeit, sagt Haas. "Sozusagen die schlankere Form." 2. Abhalten einer Gründungsversammlung und Beschließen einer Satzung

Stehen die Mitglieder fest, folgt eine Gründungsversammlung. Dabei wird außerdem die Vereinssatzung beschlossen. Diese müsse unter anderem Name, Anschrift des Sitzes und das Geschäftsjahr enthalten, sie regelt, wer Mitglied sein darf und vor allem den Zweck, so Haas. "In unserem Fall ist das die Förderung der Kultur", sagt Hübschmann.

"Außerdem braucht ein Verein einen Vorstand, damit er nach außen handeln kann", ergänzt Joachim Haas. Beim Kulturpuls gibt es einen ersten und eine zweite Vorsitzende, einen Schriftführer und einen Kassier. Der Vorstand sei eines von zwei notwendigen Organen. Das zweite Organ ist die Mitgliederversammlung, zählt Rechtsanwalt Haas weiter auf.

3. Verfassen des Gründungsprotokolls

Für die Eintragung brauche es ein von den Gründungsmitgliedern unterzeichnetes Gründungsprotokoll, sagt Haas. "Damit wird dann geprüft, dass der Gründungsakt stattgefunden hat." Bei Kulturpuls gab es 16 Erstunterzeichner, so Hübschmann, sie sind also die Gründungsmitglieder. 4. Eintragung ins Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht

Die in der Gründungsversammlung beschlossene Satzung legt der Vereinsvorstand anschließend einem Notar vor, um sich beim zuständigen Amtsgericht ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Grund hierfür sind Fragen der Haftung.

Für die Forchheimer ist das Amtsgericht Bamberg zuständig. Die Eintragung ist bei Kulturpuls im September geschehen.

Kosten fallen im Prozess in geringem Maß an: Notargebühren, Eintragungsgebühren und möglicherweise Anwaltsgebühren, zählt Joachim Haas auf. Einen Anwalt hinzuzuziehen ist zwar nicht zwingend notwendig, "im Hinblick auf die Hürden aber ratsam", so Haas.

Alles in allem habe dieser bürokratische Prozess der Gründung rund ein halbes Jahr gedauert, sagt Robert Hübschmann.

Nun, nachdem der Verein ganz offiziell auch einer ist, gelte es, die Mitglieder bei Stange zu halten und "den Vereinszweck mit Leben zu füllen", sagt der Vorsitzende.