Seit heute mischen die Stadtwerke Ebermannstadt dem Trinkwasser Chlor bei. Die Stadtwerke haben sich für diese Maßnahme entschieden, nachdem ein Landwirt vor wenigen Tagen im Wasserschutzgebiet Gärreste aus einer Biogasanlage ausgebracht hat. "Es ist nicht völlig auszuschließen, dass das Trinkwasser bakteriell verunreinigt werden könnte", begründete Jürgen Fiedler, Geschäftsführer der Ebermannstadter Stadtwerke, die Entscheidung.

Die Maßnahme hat allerdings rein präventiven Charakter, nachdem bislang keine Grenzwerte überschritten worden sind. Das Forchheimer Gesundheitsamt versicherte am Donnerstag, dass Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen Wasserproben entnehmen und diese analysieren. Bislang seien aber keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden.

In den kommenden 50 Tagen versetzen die Stadtwerke nun jeden Liter Trinkwasser mit 0,2 bis 0.25 Milligramm Chlor. Beeinträchtigungen für die Gesundheit gehen davon laut Fiedler nicht aus: "Viele Stadtwerke mischen diese Chlormenge ihrem Trinkwasser von Haus aus bei", sagte der Ebermannstadter Geschäftsführer. Die Kunden der Stadtwerke könnten das Wasser aus diesem Grund auch wie gewohnt trinken und verwenden.

Fiedler räumt allerdings ein, dass das Trinkwasser in den kommenden Wochen nach Chlor riechen könnte. Davon betroffen sein könnten die Einwohner von Ebermannstadt, Rothenbühl, Gasseldorf, Rüssenbach, Niedermirsberg, Neuses, Poxstall, Burg Feuerstein und teilweise auch Unterleinleiter.


Ermittlungen gegen Landwirt


Derweil kommt auf den verantwortlichen Landwirt nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen den einschlägigen Paragrafen der Wasserschutzverordnung zu. "Er behauptet, er habe von dem Schutzgebiet nichts gewusst", sagte Rainer Penning von der Ebermannstadter Polizei.

Ob dies tatsächlich der Wahrheit entspricht oder nur eine Schutzbehauptung des Landwirts ist, wollte Penning nicht beurteilen.