Schimmelnde Duschkabinen, abplatzender Beton an den Tribünen, veraltete Rohrleitungen und überholte Elektrokästen - die Liste der Baumängel, die Architekt Ralf Bahl vorstellte, war lang. Im August begutachtete sein Forchheimer Architekturbüro gemeinsam mit Vertretern des TSV Ebermannstadt und der Stadtverwaltung das Sportzentrum. Die 44 Jahre alte Anlage wird sowohl vom Verein als auch für den Schulsport genutzt. Die Stadträte des Bauausschusses haben am Montag beschlossen, dass die Planungen für eine Sanierung nun beginnen.


Architekt sieht Handlungsbedarf


Aus der Sicht des Architekten besteht eindeutig Handlungsbedarf. Unter anderem habe die Betonbrüstung hin zum Sportfeld "exorbitante Korrosionsschäden". Der nur zwölf Zentimeter dicke Beton platzt teilweise ab und die Stahlgeländer sind verrostet. Das lediglich knapp einen Meter hohe Geländer würde "den heutigen Anforderungen an absturzsichernde Umwehrungen" nicht mehr entsprechen. Seiner ersten visuellen Einschätzung nach, sei außerdem die Statik gefährdet. Bahl schlug vor, die alte Konstruktion zu entfernen und ein neues Geländer zu machen. Die mehrstufigen Tribünenanlagen könnten durch Betonarbeiten repariert werden.


Schimmel in den Duschen


Die Umkleidekabinen, bei denen einige vor sieben Jahren neu gefliest wurden, seien technisch in gutem Zustand und funktionstüchtig - aber veraltet. Besonders problematisch sind die Duschräume im Sportzentrum, deren Wände und Böden nicht richtig abgedichtet worden seien. "Dort riecht es vermodert", verdeutlichte er. Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) fügte hinzu, dass sich besonders wegen des Schimmelproblems Lehrkräfte der Schulen beschwert haben.

Franz Bezold, der Jugendleiter des TSV Ebermannstadt, sagte dem Ausschuss dass oft mit "aggressiven Putzmitteln" gegen den Schimmel vorgegangen werden müsste. Für den Sportverein sei eine Sanierung der Anlage sehr dringend. "Der Sportverein lebt, aber das Gebäude stirbt", meinte Bezold.

Auch die drei WCs der Anlage müssten laut Bahl saniert werden. Das "Schiedsrichter"-WC auf Höhe der Sportgaststätte könnte man zudem barrierefrei ausbauen. Die Türen zur Gaststätte könnten modernisiert und für Rollstuhlfahrer geeignet breiter gemacht werden. Der Hausanschlusskästen im Elektroraum entsprächen auch nicht mehr der gültigen Normen.


Kosten und Bauabschnitte erst nach der Planung


Stadtrat Ludwig Brütting (FWBB) fragte, ob es denn eine Kostenschätzung oder Erkenntnisse über mögliche Bauabschnitte während des laufenden Sportbetriebs gäbe. Für solche Fragen sei es noch zu früh, entgegnete Meyer. Der Bauausschuss entschied am Dienstag lediglich darüber, ob das Architekturbüro mit der Planung beauftragt wird.

"Es ist eine komplexe Angelegenheit, da vom Schulsport nur ein Teil der Sanierungsarbeiten gefordert wird", fügte sie hinzu. Bei der Planung muss unter anderem festgestellt werden, was Vereinsräume sind und was rein städtisch ist. "Wir werden dann auch über Kostenaufteilungen reden. Weil das die Entscheidungsgrundlage ist, um einen Finanzplan stricken zu können", erläuterte die Bürgermeisterin.