Auch wenn das letzte Jahr mit dem Rücktritt als Trainer und unerwartetem Abstiegskampf nicht zu den schönsten von Chrisitan Bergmann gehört, behält der 34-Jährige seinen Wohnortverein in positiver Erinnerung. Ab Sommer wird er seine Erfahrung - unter anderem Bayern- und Regionalliga beim FC Nürnberg II - beim SC Mistendorf in der Bamberger A-Klasse in die Waagschale werfen.

Wer hat Sie angespielt?
Thomas Gründlinger, ich bin mehr oder weniger sein Onkel. Als ich nach Weilersbach gekommen bin, war er schon ein Jahr lang wieder weg, daher haben wir bisher nur privat miteinander gekickt. Er bringt alle Voraussetzungen für einen guten Fußballer mit, was er gerade als Spielertrainer des BSC Erlangen beweist. Am Sonntag spielt er in der Relegation um den Kreisklassen-Aufstieg, bevor er zu Jugoslavija Erlangen wechselt.

Hinter Ihnen liegen knapp vier Spielzeiten beim SV Gloria. Wie lautet Ihr Fazit?
Es waren drei wunderschöne Jahre, darunter ein dritter Platz 2014/15. Das letzte würde ich gerne vergessen, denn da ist einiges schiefgelaufen.

Angeblich hatten Sie in einer Saisonvorbereitung ein Testspiel gegen Kirchehrenbach ausgemacht, das wegen der Rivalität nicht zustande kam. Stimmt das?
Ja. Ich wollte mit der Rivalität und Aggressivität zwischen den beiden Klubs aus früheren Jahren nichts zu tun haben. Letztlich mussten TSV-Coach Christian Martin und ich aber vernünftig sein und dem Druck aus den Vereinen sowie dem Umfeld nachgeben.

Sie wohnen zwar noch in Weilersbach, wechseln aber in Ihren Heimatspielkreis Bamberg. Wie fiel die Entscheidung für den SC Mistendorf?
Mein Bruder und ein paar Arbeitskollegen spielen dort. Der Verein hat ein familiäres Umfeld, so dass ich meine Frau und meine beiden Kinder gern zum Sportplatz mitnehmen kann. Ich werde berufsbedingt zwar nicht so häufig trainieren können, aber zu den Spielen werde ich da sein. Außerdem soll ich den Coach ein wenig unterstützen. Nach dem bitteren Abstieg über die Relegation peilen wir die baldige Rückkehr in die Kreisklasse an. Dafür muss die Mannschaft dringend fitter werden.

Von 2001 bis 2004 sowie in der Saison 2012/13 haben Sie das Tor der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg gehütet. Was ist Ihnen aus dieser Zeit in Erinnerung?
Es war phänomenal. Dass sie mich acht Jahre nach meinem Abschied wieder angerufen haben, zeigt ja, dass ich einiges richtig gemacht hatte. Ich habe heute noch zu damaligen Weggefährten Kontakt. Solch tolle Fußballer und Charaktere wie Dieter Nüssing, Michael Wiesinger und Marek Mintal kennenzulernen, war überragend.

An wen spielen Sie weiter?
An den erwähnten Christian Martin. Er verlässt den TSV Kirchehrenbach nach dem Aufstieg in die Bezirksliga. Einen besseren Zeitpunkt für einen Abschied kann man kaum erwischen. Wir kennen uns aus dem Bamberger Spielkreis, wo er lange Coach der DJK Don Bosco Bamberg II war. Er war früher ebenfalls Torwart, vielleicht verstehen wir uns deshalb so gut.