Die Erleichterung ist enorm: Mit dem 3:2-Sieg am Wochenende gegen den SC Eltersdorf hat die SpVgg Jahn Forchheim die ersten drei Punkte geholt - und einen Fehlstart in der Bayernliga vermieden. Trotzdem: Von einem Wendepunkt kann beim Jahn noch keine Rede sein, das sagt auch Trainer Michael Hutzler vor dem Freitagsspiel beim VfL Frohnlach (19 Uhr) im Interview.

Der 3:2-Erfolg gegen den SC Eltersdorf kam nach den beiden Pleiten zuvor etwas überraschend. Sehen Sie den Jahn nun auf dem Weg zur alten Stärke?
Nein, davon sind wir noch sehr weit entfernt. Der Erfolg war aber ganz wichtig für unser Selbstvertrauen. Mit drei Niederlagen zu starten wäre in der Tat fatal gewesen. Das Spiel gegen Eltersdorf war eine kleine Verbesserung zu den Spielen davor, aber kein riesiger Sprung in unserer Entwicklung. Wir machen kleine Schritte, im Training und von Spiel zu Spiel.
Das schnelle Kombinationsspiel hakt noch angesichts unserer spielerischen Möglichkeiten. Es bedarf noch etwas Geduld, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Heute Abend um 19 Uhr tritt ihr Team beim VfL Frohnlach an. In den ersten beiden Spielen stand Michael Kraut im Kasten, gegen Eltersdorf kam Tugay Akbakla zum Zug. Wird auf der Torhüterposition nun doch rotiert?
Mir ist wichtig zu betonen, dass es für diese Entscheidung keine Leistungsgründe gibt. Ich habe auch mit mir gerungen, ob es denn nicht besser sei, mit einem festen Keeper in die Saison zu starten. Nachdem wir unsere Reserve nun aber abmelden mussten, hätte einer der beiden nur ganz wenig oder keine Spielpraxis bekommen. Monatelang nur zu trainieren, aber nicht spielen zu können, ist nicht die ideale Lösung. Zumal Michael und Tugay zwei sehr gute Torhüter und leistungsmäßig eng beieinander sind. Jeder soll seine Einsatzzeiten bekommen. Auch gegen Frohnlach wird Tugay im Tor stehen, wir werden aber auf dieser Position in unregelmäßigen Abständen wechseln. Das ist sicherlich ungewohnt und ruft auch Kritik hervor, zumal wir in den letzten vier Jahren mit Rüdiger Beck eine unumstrittene Nummer eins hatten. In dieser Situation halte ich das Rotieren aber für die bessere Wahl.

Apropos Rotieren: Nach dem Startelf-Einsatz gegen Eichstätt fand sich Bastian Leikam gegen Erlenbach für 90 Minuten auf der Bank wieder. Gegen Eltersdorf kam er in den letzten beiden Minuten zum Einsatz. Warum kommt der Neuzugang so selten zum Zug?
Basti Leikam kam ja aus Ammerthal zu uns. Er hatte dort eine ganz schwierige und lange Saison zu absolvieren mit drei verschiedenen Trainern. Am Ende stand der Abstieg. Dann hat er auch noch eine kleine Verletzung in die Saison-Vorbereitung mitgebracht. Gegen Eichstätt hat man gesehen, dass er recht kraftlos wirkte, Spritzigkeit und Tempo fehlen noch. Das muss man ihm nach so einer Saison wohl zugestehen. Ich wollte ihn auch selber schützen. Mit 31 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste, aber ein absoluter Führungsspieler. Wenn er richtig fit ist, wird er für uns noch eine ganz wichtige Verstärkung in der Defensive darstellen.

Nach der Roten Karte muss Firat Güngör heute gegen seine Ex-Kollegen zusehen, zwei Spiele ist der Neuzugang noch gesperrt. Kann der Jahn ansonsten in Bestbesetzung antreten?
Leider nein. Adem Selmani plagt sich aktuell mit Knieproblemen, sein Einsatz steht stark auf der Kippe. Definitiv nicht spielen kann Hendrik Hassa: Er hat sich einen Außenbandanriss im Knöchel zugezogen und muss wohl einige Wochen pausieren.

Als Favorit wird der Jahn also nicht nach Frohnlach fahren?
Nein, sicher nicht. Auch in den letzten Jahren waren die Spiele gegen den VfL Frohnlach immer heiß umkämpft, auch heute wird es zur Sache gehen. Andererseits ist es auch mal schön, nicht die Favoritenrolle wie in den vergangenen Jahren inne zu haben. Wir wollen uns von dem Eltersdorf-Sieg treiben lassen, vielleicht gelingt uns ja auch dort eine kleine Überraschung.