Derbystimmung in Bammersdorf: Zum InFranken-Kick empfängt der SV am Sonntag um 15 Uhr in der A-Klasse 2 den Nachbarn aus Neuses. Die beiden Rivalen aus der Großgemeinde Eggolsheim trafen vor drei Jahren zuletzt in der Kreisklasse aufeinander. Seither wechselten sich in beiden Lagern Aufstiegsjubel und Abstiegsfrust regelmäßig ab.


A-Klasse 2: SV Bammersdorf (7.) - DJK-SC Neuses (12.)

Während Neuses, nach zwei Kantersiegen (4:0 und 6:0) gegen den SVB als Meister in die Kreisliga einzog, um in den beiden Folgejahren wieder in die A-Klasse durchgereicht zu werden, purzelte Bammersdorf - ebenfalls per Doppelabstieg - bis in die B-Klasse hinab. Zu Anfang dieser Saison kehrten die heutigen Gastgeber als Dritter, begünstigt durch den Verzicht der Reserve aus Hemhofen, wieder in die A-Klasse zurück.


Für SV-Coach Andreas Welsch, der im Gespann mit Spielertrainer Martin Koschmieder am Ruder steht, haben strukturelle Aufgaben Priorität vor rein sportlichem Erfolg. Das 35-jährige Bammersdorfer Urgestein ist versucht, den Spielern wieder Spaß am Sport und Konstanz beim Hobby Fußball zu geben: "Wir kleineren Vereine, und dazu rechne ich auch die Neuseser, die einen ähnlich kleinen Kader haben, stehen vor großen Herausforderungen. Da in den ländlichen Strukturen seit Jahren der Nachwuchs wegbricht, stehen Dorfvereine zu Beginn jeder Saison vor der Frage: Wie schafft man es, ohne finanzielle Kapriolen Spieler zu gewinnen und eine Mannschaft zu stellen?"


SVB hat mehr Punkte als erwartet

Natürlich gehöre auch der Klassenerhalt zu den Zielen der Bammersdorfer, die nach acht Spielen und 13 Zählern jenseits von Gut und Böse auf Rang 7 stehen, wobei sich Welsch über das Punktekonto erfreut zeigt: "Für den Aufwand, den wir betreiben, und das muss ich ehrlicherweise zugeben, ist das mehr als zu erwarten war. Wir haben kaum zehn Spieler im Training, da sind unsere Punkte fast schon die Idealausbeute."

Auffällig ist, dass der SV bislang alle Heimspiele gewann, während auf fremden Geläuf noch kein Sieg gelang. Fürs Derby ist nur der Einsatz von Dirk Lauterbach im Kasten ungewiss, er würde vom gelernten Keeper Stefan Götz ersetzt werden, der sonst im Mittelfeld spielt. Deshalb gibt Welsch seiner Truppe eine klare Marschroute: "Wir haben die Favoritenrolle, ein Sieg ist absolute Pflicht."

Gästetrainer Ercan Öntürk pfeift auf Statistiken, wie er beim Blick auf die eigene mit einem Augenzwinkern sagt. Denn nach dieser bräuchte Neuses gar nicht anzutreten, da alle vier Auswärtspartien verloren gingen: "Auf solche Serien gebe ich nichts. Ich hoffe vielmehr, dass meine Jungs den Schwung aus dem gewonnenen Kerwa-Spiel am Vorsonntag mitnehmen und auch in Bammersdorf die aufsteigende Form bestätigen. Klar wird es schwierig, weil gerade mit Tobias Gebhardt, der schon gegen Gremsdorf fehlte, und Ercan Aydogdu mit ausgekugeltem Ellenbogen aus dem Neuhaus-Spiel, ausgerechnet die beiden Spielgestalter ausfallen."


Öntürk fehlen die Druckmittel

Der 31-jährige Deutsch-Türke kämpft mit den selben Sorgen wie sein Gegenüber: "Solche schwerwiegenden Ausfälle können wir bei unserem begrenzten Kader kaum wegstecken und es sind ja nicht die einzigen. Wir haben ein paar kränkelnde und angeschlagene Spieler sowie Schichtarbeiter, die nicht oft trainieren können. Den Trainern in den unteren Klassen fehlen Druckmittel, um Konkurrenz innerhalb des Teams aufzubauen."

Trotzdem kam der Aufschwung in Neuses, als Öntürk das Zepter vom glücklosen und nach Weingarts gewechselten Jörg Polster übernahm: Zehn Punkte aus sechs Spielen, vom Abstiegsrang bis auf Platz 12 geklettert. Auch für die Reise an die Jägersburg hat Öntürk die Parole ausgegeben: "Das wird kein Sonntagsausflug, wir wollen dort was mitnehmen."