Mit dem symbolischen ersten Spatenstich an jener Stelle, wo später einmal der zentrale Dorfplatz entstehen soll, hat Gräfenbergs Bürgermeister Werner Wolf (FW) den Startschuss für die Dorferneuerung in den Gräfenberger Ortsteilen Lilling, Sollenberg und Lillingerhöhe gegeben.

Es ist heute 25 Jahre her, dass Gräfenberg beantragt hat, in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen zu werden. Weitere zehn Jahre ist es her, dass in Klosterlangheim ein Grundlagenseminar absolviert worden ist. Dass seitdem nicht mehr viel passiert ist, lag mit Sicherheit nicht am fehlenden Willen. Der Wahrheit dürfte näher kommen, dass die Stadt Gräfenberg den nötigen Eigenanteil nicht aufbringen konnten. Zu klamm waren und sind die Stadtkassen.

EU, Bund und Land schießen zu

Viele engagierte Einwohner haben sich davon gleichwohl nicht beirren lassen. Unbeirrt haben sie sich in Arbeitskreisen mit den Fachleuten vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und privaten Planungsbüros zusammengesetzt und die Ziele der Dorferneuerung entwickelt.

Auch dank dieses Einsatzes wurde im Jahr 2010 doch noch das Verfahren förmlich eingeleitet. Jetzt erst konnte die Teilnehmergemeinschaft (TG) Lilling-Sollenberg zusammen mit der Stadt aktiv werden. Gemeinsam gelang es, die Finanzierung sicherzustellen und die Vorplanungen bis zur Ausführungsplanung weiterzuentwickeln. Bei einem Gesamtpaket von 840 000 Euro werden bis zu 65 Prozent der Kosten durch die EU, den Bund und den Freistaat Bayern gefördert. Die restlichen Kosten muss die Stadt Gräfenberg tragen.

Den Anfang der Maßnahme macht jetzt im Bauabschnitt I die Platz- und Straßenraumgestaltung in Sollenberg. Deren Kosten werden mit 220 000 Euro beziffert. Allerdings kann die Stadt einen Teil ihres Selbstbehaltes über die Straßenausbausatzung auf die Anlieger umlegen.

Laut TG-Vorsitzendem Michael Ullwer werden nach der erfolgten Verlegung von Wasser- und Stromleitungen die von den Einheimischen sogenannte und vom Feuerwehrhaus heraufführende Ortsverbindungsstraße ausgebaut.

Dies gilt auch für die alte Dorfstraße. Diese bekommt einseitig eine verlängerte Stützmauer aus großen Steinquadern. Auf der anderen Seite soll nach den Plänen viel Begleitgrün angelegt werden. Der zentrale Dorfplatz vor dem ehemaligen Waaghäuschen wird mit Rasenflächen und kleineren Asphaltflächen gestaltet.

Reicht das Geld?

Zudem soll er später eine mit einer Pergola überdachte Schotterfläche für Boulespieler bekommen und mit seinen vielen Büschen und Bäumen ein landschaftliches Antlitz erhalten. Die Sollenberger werden ihre Dorferneuerung durchziehen, wenn auch in mehreren Bauabschnitten unterteilt.

Das alles wird so kommen - wenn der Stadt Gräfenberg nicht doch noch das Geld ausgehen sollten.
Auf der anderen Seite könnte es nun auch schon bald in Lilling mit der Dorferneuerung losgehen. So war beim Spatenstich in Sollenberg zumindest zu hören.