Im Bürgerhaus von Streitberg, in dessen Obergeschoss sich jetzt auch der Sitz und die Geschäftsstelle des Fränkischen Schweiz Vereins (FSV) befinden, fand die Verleihung der Auszeichnungen statt.

In seiner Begrüßung erinnerte der Landrat und Hauptvorsitzende des Fränkische Schweiz Verein Reinhardt Glauber daran, dass sich die Menschen am Bestand oder auch die umgebende Bebauung orientieren, von den sie umgebenden Burgen und Schlösser schwärmen, aber gleichzeitig die heute geltende Bequemlichkeit nicht missen möchten, bei aller herbeigesehnten Ästhetik und dem Schauer, der einem angesichts der Scheunenarchitektur der meisten Supermärkte befällt. Hier entstehe immer wieder ein fruchtbares Miteinander von landschaftlicher Umgebung, von aufgeschlossenen Bauherren, der beratenden und fördernden Öffentlichen Hand, aber auch nicht zuletzt einen Zuschussgeber wie die Oberfrankenstiftung oder eben auch der Schmuckziegelaktion des Fränkischen Schweiz Vereins.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann erinnerte in seiner Eigenschaft als Stifter an die unvergessliche Gudila Freifrau von Pölnitz, die zusammen mit einigen Gleichgesinnten 1974 die Schmuckziegelaktion ins Leben gerufen hatte. Mit ihrem Einsatz für die Identität der Fränkischen Schweiz haben sich diese Idealisten wahrhaftig verdient gemacht, sorgten dafür, dass diese Region voll der natürlichen und baulichen Schönheiten bis in die heutigen Tage weithin strahlt.

Für den Vorsitzenden des Kulturausschusses des Fränkische Schweiz Verein Walter Tausendpfund war es ein Segen für die hier lebenden Menschen. Dass seit Mitte der 1980er Jahre zur Pflege der Wege und des Wanderns auch Bewahrung der Region hinzukam, sich die Arbeitskreise Bauen, Musik, Heimatpflege, Mundart und Trachten gründeten, war und ist ein Segen für die Heimat der Fränkischen Schweiz.

Als Leiter des für die Auswahl der geeigneten Objekte für einem Schmuckziegel zuständigen Arbeitskreises "Bauen und Gestalten", dessen 27 Mitglieder bei ihren vier bis sechs jährlichen Treffen die geeigneten Objekte für eine Auszeichnung aussuchen, begann dann Jürgen Schönfelder damit, von der Kersbacher Saitenmusik um Eberhard Hofmann musikalisch umrahmt, die dieses Mal zwölf Preise zu vergeben.

Dabei konnte unter anderem Irmgard Belz für die Sanierung ihres alten Wohngebäudes in der Hornschuchallee 30, dessen kleinerer hinter Teil sich als ältestes Haus Forchheim von 1341 und der vordere Teil mit dem Entstehungsjahr 1543 herausstellte, ebenso einen Schmuckziegel erringen, wie Michael Bierfelder mit seinem an der Fassade und dem Dach sanierten Gebäudes (19. Jahrhundert) in der Apothekenstraße 13 in Forchheim.

Da durften sich aber auch Pfarrer Michael Gereth über die gelungene Sanierung des Pfarrhauses St. Nikolaus Pinzberg im Denkmalensemble Pfarrhof und ehemalige Schule als dreigeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau mit Sattendach (1791/92) und Kathrin Fürst über ihr im neuen historischen Glanz erstrahlendes Wohnstallhaus aus dem Jahre 1616 am Dorfplatz 15 in Streitberg freuen, die dafür einen kleinen und einen großen Schmuckziegel entgegennehmen durften.

Mit zwei Scheunen in Weingarts, wo die Fachwerkscheune Nr. 10 (18. Jahrhundert) von Heinz Erlwein umfassend saniert und mit einer Photovoltaikanlage versehen wurde und beim Anwesen Nr. 90 von Bernhard Kohlmann eine Scheune (19. Jehrhundert) zu einer Remise umgenutzt wurde, wurden zwei weitere Objekte aus dem Landkreis Forchheim mit kleinen Schmuckziegeln ausgezeichnet.

Der Markt Eggolsheim wiederum durfte sich über einen kleinen Schmuckziegel für die umfassende Sanierung eines ehemaligen Bauernhauses (18. Jh.) durch Martin Voll in der Hauptstraße 37 freuen, in dessen Verlauf im Keller eine alte Wassersteige freigelegt werden konnte, während Michaela Schwarzmann sich mit der Sanierung ihres eingeschossigen Fachwerk-Bauernhauses aus dem Jahre 1821 in der Hartmannstraße 5 über ihr neues Schmuckkästchen freuen kann, beide wurden mit einem kleinen und einem großen Schmuckziegel für ihre Mühen belohnt.

Außerdem durfte noch jenseits der Landkreisgrenzen Stefan Stenglein aus Hollfeld für die Sanierung des ehemaligen auf das Jahr 1724 datierten "Meßnerhauses" am Kirchplatz 5 mit seinem barocken Walmdach einen kleinen Schmuckziegel in Empfang nehmen, während es für die Sanierung der auf das Jahr 1646 zurückgehenden katholische Filialkirche St. Andreas in Weiden 1 bei Weismain für Pfarrer Palappaarampil Sebastian und seine Katholische Kirchenstiftung St. Andreas einen großen Schmuckziegel gab, bei der unter anderem die historische Bohlen-Balken-Decke freigelegt, das Langheim-Wappen versetzt und die Altäre umfassend gesäubert wurden.

Zum Abschluss soll nicht unerwähnt bleiben, dass der letzte Schmuckziegel des Jahres 2014 an Ingrid Winklmann aus Scheßlitz für die geradezu liebevolle Sanierung des alten Wohnstallhauses mit Holzlege und Scheune aus dem Jahre 1715 in der Kirchgasse 1 in Scheßlitz-Straßgiech ging, das als Wirtshaus "Glanzers Michel" ungenutzt wurde.

Noch beim abschließenden Erinnerungsfoto war den diesjährigen Preisträgern die Freude über das Gelingen ihrer Sanierungsmaßnahmen anzumerken, die sich noch lange über ihre Schmuckziegel des Fränkische Schweiz Verein freuen dürften.