Besonders dramatisch war das Wasserproblem auf dem Friedhof im Forchheimer Ortsteil Reuth im März 2012. "Einige Gräber waren mit einer dicken Eisschicht bedeckt, alles war zugefroren", erinnerte sich Walter Mirschberger, der Leiter des Bau- und Grünbetriebs.

Der Friedhof liegt in einer Hanglage. Das Problem: Von oben strömt aus einer Quelle unterirdisch Wasser bergab, das sich im unteren Bereich aufstaut und aus dem Boden tritt, erklärte der Nürnberger Geologe Joachim Rossmann. Mitglieder des Hauptausschusses besichtigten am Donnerstag den Reuther Friedhof. Jährlich finden dort acht bis zehn Beerdigungen statt.


Trauernde leiden unter dem Hangwasser


Der Wasseraustritt ist auch eine Zumutung für die Trauernden in Reuth: Es habe bei vergangenen Beisetzungen offene Gräber gegeben, in denen das Wasser bis zu 90 Zentimeter hoch stand, betont Stadtrat Thomas Schuster (CSU).

Das Gartenamt hat den Geologen Rossmann damit beauftragt, den Friedhof zu untersuchen und Lösungen vorzuschlagen. Der Sachverständige hat in den vergangenen Jahren unter anderem Bohrungen durchgeführt. Nun stellte er dem Haupt-, Personal- und Kulturausschuss drei Sanierungsmaßnahmen vor, die er für unterschiedlich wichtig erachtet.


Rigolen sind dringend notwendig


Dringend müssten unterhalb des Friedhofs sogenannte Rigolen vergraben werden, damit sich das Wasser nicht mehr staut. Diese Schotterpackungen lassen das Wasser versickern, das dann in einen Schacht fließt. Unter der Hauptstraße müsste dann eine Leitung verlegt werden, die an ein Leerrohr angeschlossen wird. "Um so den Druck aus dem Untergrund zu nehmen und das Wasser in die Wiesent abzuleiten", erklärte Rossmann. Das Wasser das dort austritt, gelte als unbedenklich. Das Wasserwirtschaftsamt hat für diese Ableitungsmaßnahme bereits seine Erlaubnis erteilt.

Die Mitglieder des Hauptausschusses haben dieser erste Sofortmaßnahme zugestimmt. Für die Rigolen-Lösung werden 70 000 Euro im kommenden Haushalt eingeplant.


Mittel- und langfristige Lösungen


Mittelfristig sei es jedoch sinnvoll, zusätzlich eine vier bis fünf Meter tiefe Drainage oberhalb des Reuther Friedhofs zu installieren, betont der Geologe. Die Tieferdrainage würde das Wasser abfangen, am Friedhof vorbei leiten und in den neuen Schacht münden. "Die Rigole wäre nur eine Schmerztablette, die Tiefendrainage wäre die Ursachenbekämpfung", bekräftigt Rossmann. Die Drainage würde rund 150 000 Euro kosten.

Auf lange Sicht gesehen, empfiehlt der Experte den Friedhof zum Nachbargrundstück zu erweitern. "Meine Meinung ist, dass das betroffene Gräberfeld ohnehin nicht mehr neu belegt werden sollte", so Rossmann. Eine Friedhofserweiterung würde mit rund 270 000 Euro zu Buche schlagen.

2018 soll zudem die Aussegnungshalle in Reuth saniert werden und unter anderem Toiletten bekommen. "Wir haben schon planerisch gearbeitet und wollen die Sanierung im nächsten Jahr angehen", erklärte Mirschberger.