Der "Startschuss" ist gefallen. Mit der offiziellen Begrüßung durch stellvertretenden Landrat Otto Siebenhaar und der Bekanntgabe der Teilnahmebedingungen durch Kreisfachberater Hans Schilling gilt der Wettbewerb um die größte Kirsche im Anbaugebiet Fränkische Schweiz als eröffnet.

Die Kirsche ist das Pfund, mit dem der Franke eigentlich wuchern könne. Das ist aber eine Eigenschaft, die dem Franken wenig liegt, - und auch das soll sich mit dem Wettbewerb ändern. "Das Ziel ist, die Kirsche in den Mittelpunkt zu rücken", erklärt Schilling mit Blick auf Ermreuth.

Als Symbol für den Wettbewerb und das rote Gold der Franken, haben Tina Weishaupt, Manuel Rauch und Dirk Doppelstein, die Geschäftsführer der Obstgenossenschaften Igensdorf, Pretzfeld und Mittelehrenbach, eine große Kirsche mitgebracht. Der Blick fällt auf die 2300 Kirschbäume, die Wolfgang Meisel und seine Lebensgefährtin Uta Müller in einer ihrer modernen Anlagen am Ende von Gleisenhof stehen haben.

Insgesamt bewirtschaftet Wolfgang Meisel 6,5 Hektar Süßkirschen. Auf einem seiner rund 6000 Bäume wuchs mit 22,3 Gramm Gewicht und 36 Millimetern Größe die Siegerkirsche des vergangenen Jahres von der Sorte "Sweet Gabriel". Ob Meisel wieder am Wettbewerb teilnimmt, überlegt der Kirschkönig noch.

Garant für Größe

In der Regel sind die Kirschen in dieser besonderen Anlage, die Meisel seit 2015 bewirtschaftet, doch ein größeres Kaliber als auf den Buschbäumen und fünf Tage früher reif. Trotzdem wachsen die mehreren Tausend Bäume in einer Art Versuchsanlage, denn die Fruchtwandanlage ist eine Anbauform, die es hier noch nicht gibt.

"Das wird das Aushängeschild für den Landkreis", meinte auch Landrat Hermann Ulm beim Gang durch die Reihen der kleinen Kirschbäume unterschiedlicher Sorten. In fünfter Generation baut Familie Meisel Kirschen an. 2009 stand Wolfgang Meisel vor der großen Entscheidung: ganz aufhören oder in Buschbäume investieren und mit neuen Sorten weitermachen. Auf jeden Fall sollten die Kirschen nicht mehr auf Halbstamm und Hochstamm wachsen.

"Ich bin mit Kirschen aufgewachsen", erklärt Meisel, und als seine Eltern dann ihre Unterstützung bekräftigten, entschied er sich, den Obstanbau fortzuführen. Allerdings in modernem Anlagenbau. "Ich habe dann auf Buschpflanzung umgebaut", erklärt der Kirschkönig.

Außer den Bäumen in der umzäunten Fläche, in der nun der Wettbewerb eröffnet wurde. Dort entschied er sich für eine Fruchtwandanlage. "Es gibt nur wenige, die das praktizieren, da diese Art noch nicht so erforscht ist", erklärt Meisel. Diese Anbauform hat enorme Vorteile, denn die Bäume sind pflegeleicht, einfach im Schnitt, den auch die Eltern oder Meisels Lebensgefährtin durchführen können, der Pflanzenschutz ist mit kleinen Geräten durchführbar und geerntet werden kann vom Boden aus.

Arbeitskraft und Anleitung

"Die Arbeitskraft wird künftig der ausschlaggebende Punkt sein, ob man mit dem Obstanbau noch verdienen kann", meint Meisel. Auch ohne fachliche Hilfe geht es nicht. Deshalb bespricht er alles, was diese neue Fruchtwandanlage betrifft, mit Kreisfachberater Hans Schilling.

Neben italienischen Sorten wählte Meisel Kordia, Rubin, Karina, Regina und die französische Sorte Fertard. Diese Sorte wird er aber nicht mehr anbauen: "Bei der Fertard habe ich in den fünf Jahren keinen einzigen Ertrag erhalten." Ansonsten sei der Ertrag in der Anlage sehr gut. 30 Tonnen ernteten Meisel und Müller.

Heuer schaut es schlecht aus. Der Frost in der Nacht auf Muttertag ließ viel erfrieren. Der Dauerregen der vergangenen Tagen tat sein Übriges: 95 Prozent der Kirschen sind geplatzt.

Die dickste Kirsche im Anbaugebiet Ausschreibung Die Obstgenossenschaft Pretzfeld, der Obstgroßmarkt Igensdorf und der Obstgroßmarkt Mittelehrenbach, das Landratsamt Forchheim, das Obstinfozentrum Hiltpoltstein und die Fachberatung Obst- und Gartenbau haben festgelegt, dass die Kirschen von Anbauern aus dem Lieferbereich der drei Genossenschaften stammen müssen , also auch aus Spalt oder dem Bamberger Umland kommen können. Montags und donnerstags werden die Kirschen gewogen. Die letzte Kirschen-Annahme ist zum Ende der Saison.

Der Gewinner erhält 500 Euro, aber die Siegerehrung findet nicht beim Kirschenfest statt.