Auch mit ihrem dritten Vorentwurf für den Kreishaushalt 2013 stieß Kämmerin Carmen Stumpf im Kreisausschuss auf Widerstand. Grundsätzlich heimste Carmen Stumpf für ihre Haushaltsführung viel Lob ein. "Wir sind in guten Händen", meinte beispielsweise Michael Hofmann (JB). Gleichzeitig gerieten aber - wie schon in den Vorjahren - die Personalkosten in den Fokus der Kritik.
"Der Finanzhaushalt sieht bei einem Investitionsvolumen von 17, 093 Millionen Euro eine Kreditaufnahme von 5,1 Millionen Euro vor", erklärte Stumpf den Kreisräten. Gleichzeitig würden 3,6 Millionen Euro getilgt, somit liege die Neuverschuldung bei 1,5 Millionen Euro. Die Kämmerin rechnete vor, dass dem Landkreis zum Ende des Jahres gut 18 Millionen Euro zur Verfügung stehen würden - "ein Polster für die nächsten Jahre".

Trotz des Polsters empfand Peter Eismann die Lage als wenig kommod.
Der Fraktionssprecher der CSU kritisierte, dass in der Kreisverwaltung seit Mitte der 90er Jahre das Personal um 40 Prozent gestiegen sei, während es bundesweit in den Behörden um über 20 Prozent gesunken sei. "Die Entwicklung ist Besorgnis erregend", sagte Eismann. Vor allem vor dem Hintergrund der Schulsanierungen forderte er, "ein Signal auszusenden". Denn der Schuldenstand des Kreises, der Ende 2013 bei gut 41 Millionen Euro liege, steige in den nächsten Jahren durch die Investition in die Schulen auf "60 oder 70 Millionen Euro".
Daher bezeichnete Peter Eismann "die vorgelegten Zahlen des 93-Millionen-Haushaltes" als ein "großes Problem". 18 Millionen Euro für das Personal wolle seine Partei nicht ausgeben. Ein "Korrektiv" bei den Personalkosten sei notwendig, dann könne die CSU dem Haushalt zustimmen.
Landrat Reinhardt Glauber (FW) wies die Kritik zurück. Von den geplanten 6,5 neuen Stellen seien ja 3,5 schon wieder "rausgenommen" worden. Was die Personalpolitik betreffe, erlaube sich der Landkreis keinerlei Luxus. Hinter dem neu eingestellten Personal stünden auch juristische Notwendigkeiten. Beispiel Tierpark Hundshaupten: Ein Tierpfleger dürfe das Gehege der Elche alleine nicht betreten. "Also mussten wir einen zweiten Tierpfleger einstellen", sagte Glauber. Und wenn einer der beiden Maler als Personalrat freigestellt werde, dann müsse seine Stelle eben neu besetzt werden.
Gewiss verdiene das Personal "im Großen und Ganzen" das Geld, das ihm bezahlt werde, sagte der JB-Fraktionsvorsitzende Michael Hofmann. Forderte die Kämmerin aber auf, nach Einsparungsmöglichkeiten zu suchen. Da sei der Gestaltungsspielraum nicht groß, sagte Carmen Stumpf. Manchmal könne eine Einstellung verschoben werden, aber die Tarife müssten eben bezahlt werden.

Kränzlein: "85 Prozent reichen"

Peter Kaiser (JB) wehrte sich vor allem gegen das Argument von Landrat Glauber, dass der Kommunale Prüfverband die Personalkosten und die Betriebsabläufe wiederholt durchforstet und Einsparungen vorgeschrieben habe. Der Prüfverband vergleiche das Landratsamt nur mit anderen Landratsämtern, kritisierte Kaiser. "Es fehlen Erfahrungen aus der freien Wirtschaft", sagte der JB-Kreisrat und forderte "modernere Methoden".
Eine nannte dann auch gleich Jürgen Kränzlein (SPD) - und Peter Kaiser war begeistert. Kränzlein, Richter im Ruhestand, wies darauf hin, dass in der Justiz schon lange mit anderen Personalschlüsseln gearbeitet werde. Eine Behörde müsse nicht zu 100 Prozent besetzt sein. Bei der Justiz werde mit 85 Prozent des Personals gearbeitet - "und es funktioniert trotzdem".
Landrat Glauber forderte die Kritiker auf, konkret zu sagen, wo sie "von den Ergebnissen des kommunalen Prüf-Verbandes abweichen wollen". Doch Karl Waldmann (Bündnis 90/Die Grünen) spielte den Ball zurück: "Das Amt kennt sich selbst am besten." Vorschläge effizienteren Arbeitens könnten direkt aus dem Landratsamt kommen, schlug Waldmann vor. Auch er war alarmiert über die jährlich steigenden Personalkosten von rund einer Million Euro. Angesichts dieser Zahlen appellierte der Grüne Kreisrat: "Der kommunale Prüfverband darf kein Denkverbot sein. Langfristig brauchen wir eine Verwaltungsreform."
Schlicht als "ärgerlich" empfand Otto Siebenhaar die Diskussion: "Als ob es Personal gibt, das man einsparen kann." Der FW-Kreisrat vertrat die Ansicht, dass die Einsparversuche mancher Kommunen Augenwischerei sei. Durch Outsourcing werde Personal, aber kein Geld gespart. Siebenhaar: "Firmen arbeiten nicht billiger als eigenes Personal."