Urnenbestattungen liegen im Trend: In Forchheim fanden heuer 70 Prozent der Verstorbenen ihre letzte Ruhe in einer Urnen-Stele. Links der Aussegnungshalle auf dem neuen Friedhof gibt es seit 2012 eine Urnenanlage, die in den vergangenen Jahren bereits erweitert werden musste.

"Die Nachfrage ist sehr hoch. Allein in diesem Jahr haben wir zwanzig Urnenstelen belegt. Wir haben jetzt eine Prognose aufgestellt und wir glauben das 2019 eine Erweiterungsfläche notwendig wird", berichtete Herbert Fuchs, Leiter des Amtes für öffentliches Grün, dem Hauptausschuss des Forchheimer Stadtrats.


Neue Urnenanlage rechts der Aussegnungshalle


In zwei Jahren soll nun auf der rechten Gebäudeseite eine weitere Anlage im gleichen Stil entstehen, der Ausschuss stimmte der Erweiterung zu. Die Stadt müsse sich frühzeitig damit auseinandersetzen, dass der Urnen-Trend anhält und Erdbestattungen seltener werden, betonte auch Walter Mirschenberger, der Leiter des Bau- und Grünbetriebs. Forchheim ist Mitglied im Arbeitskreis Bestattungswesen beim bayerischen Städtetag.

Der städtische Grünflächenanteil in den Friedhöfen werde langfristig größer werden, dadurch steige die Belastung für die Stadt. Die Grabgebühren hingegen würden stabil bleiben, so Mirschberger. Im Januar will er die neuen Gebühren den Stadträten vorstellen: "Wir werden auch Vorschläge machen, wie wir mit Gebühren bei Erdgräbern und bei Urnen umgehen."


Historisches Gebäude wird zum Kolumbarium


Zudem soll die ehemalige Aussegnungshalle auf dem alten Friedhof zu einem sogenannten Kolumbarium, einem Haus für Urnenkammern, ausgebaut werden. Das Gebäude (Baujahr circa 1860) wurde bis vor zehn Jahren als Gemeinschafts- und Abstellraum genutzt. "Wir haben bereits Gespräche mit dem Denkmalschutz geführt und es spricht nichts dagegen", so Fuchs.

Der Forchheimer Architekt Christian Wilfling stellte die Pläne für das Kolumbarium, das den historischen Charakter des Gebäudes beibehalten soll, vor: In der Mitte entsteht eine Haupthalle mit großem Vorraum. Links und rechts kommen Seitenflügel. Der Wand- und Bodenbelag soll erneuert werden und einige zugemauerte Rundbögen an den Fenstern wieder freigelegt. Die Eingangsportale sollen erhalten bleiben und aufgearbeitet werden. Vor dem nördlichen Ausgang ist ein "Aussegnungsplatz" für Trauergäste geplant. Im ersten Schritt soll die Haupthalle zunächst mit 66 Urnenkammern (mit 130 Plätzen) bestückt werden. Eine Erweiterung auf 400 Kammern ist möglich.

Der Hauptausschuss stimmte zu die nötigen 180.000 Euro im nächsten Jahr im Haushalt zu berücksichtigen. "Ich freue mich sehr, dass das historische Gebäude eine sinnvollen Nutzung zugeführt wird. Das ist eine super Idee und dann haben wir ein schönes Angebot", freute sich Stadtrat Thomas Werner (CSU).