Nicht mal mehr eine Woche, dann brennt bereits die erste Kerze auf dem Adventskranz. Langsam gehen erste Gedanken hin zum Weihnachtsfest. Im Seelsorgebereich Forchheim laufen die Vorbereitungen für die Gottesdienste bereits.

"Die Frage ist, wie man den Bedürfnissen nahe kommen kann und gleichzeitig die Plätze begrenzt sind", sagt Dekan Martin Emge, leitender Pfarrer im katholischen Seelsorgebereich.

Gemeinsam mit der evangelischen Kirche haben viele Überlegungen im Raum gestanden, zum Beispiel, verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen. So sei ein Plan gewesen, gemeinsam an Heiligabend einen Gottesdienst auf dem Paradeplatz zu organisieren. Diese Idee habe sich allerdings wieder zerschlagen, so Emge, da zu viel Organisation notwendig gewesen wäre: Es hätte Ordner, eine Bühne, einen Altar und Licht geben müssen, und das alles bei lediglich 200 erlaubten Besuchern. "Da lohnt sich die Logistik nicht."

Weihnachten 2020: Mehr Angebote, um zu entzerren

Deshalb setze man nun auf mehr Gottesdienste und Zusatzangebote, so Emge. Für die 13 Pfarreien des Seelsorgebereichs soll es deswegen Platzkarten geben, die die Besucher durch eine Voranmeldung erhalten. Die verbindliche Anmeldung regle, wer wo sitze. Dies gelte für Heiligabend, Weihnachten, Silvester und Dreikönig, sagt Emge, denn zu diesen Zeiten kommen üblicherweise mehr Besucher als unter dem Jahr.

32 katholische Gottesdienste alleine an Heiligabend sollen im Seelsorgebereich stattfinden - in Hausen, Heroldsbach, Oesdorf, Wimmelbach und Poppendorf, im Sportheim oder in der Halle statt in der Kirche.

Aufgestockt wird auch in St. Johannis. Mehr Gottesdienste bedeuten auch einen Mehraufwand. Aber die Freude überwiege, sagt Pfarrer Enno Weidt. "Dadurch, dass anderes wegfällt wie Konzerte oder das Adventssingen, haben wir Kapazitäten."

Im Seelsorgebereich Forchheim sind für Heiligabend weitere Aktionen geplant

So soll es in diesem Jahr sechs Gottesdienste statt vier geben, im zwei Stundentakt ab 11 Uhr, die Weihnachtsmette um 22 Uhr. Lieber das Angebot erweitern, "bevor wir die Leute wieder abweisen müssen", sagt Weidt. Jeder Gottesdienst solle einen eigenen Akzent bekommen.

"Der Schwung ist da" sagt auch Knut Cramer, der erst seit Oktober Pfarrer der Forchheimer Christuskirche ist. Dort sollen fünf statt drei Gottesdienste stattfinden.

Doch es soll noch weitere Aktionen am heiligen Abend sowie bereits in der Adventszeit geben. In Eggolsheim, wo nur 18 Personen in die Kirche dürften, soll am 24. Dezember zwischen 15 und 17 Uhr ein Stationenweg draußen stattfinden, sagt Cramer, den jeder selbstständig gehen könne. An den Stationen warten Anspiele, Ansprachen oder Musik.

Seit der Corona-Pandemie gebe es bereits alle Gottesdienste aus St. Martin als Live-Stream, das werde beibehalten, so Emge. Für St. Johannis soll es an Heiligabend vier Online-Angebote geben: Ein Krippenspiel, eine vorher aufgezeichnete Christvesper mit Posaunen sowie musikalische Impulse, sagt Weidt.

In der Christuskirche habe man die Weihnachtsandacht bereits jetzt im November aufgenommen, sagt Pfarrer Cramer. Am 24. werde diese freigeschaltet. Bereits in den vergangene sieben Monaten habe man auf der Youtube-Seite "Evangelisch in Forchheim" mehrere Gottesdienste oder Impulse online gestellt. "Es lohnt sich, jetzt schon drauf zu schauen", so Cramer.

Forchheim: Der Krippenweg soll auch in diesem Jahr ein Teil sein

Den Forchheimer Krippenweg werde es übrigens in diesem Jahr geben, bekräftigt Dekan Emge. Und die Krippenspiele in den Gottesdiensten? "Bei uns wird es wahrscheinlich als Schattenspiel stattfinden", so Emge. Auch in St. Johannis soll das Spiel nicht ausfallen, sondern mit weniger Kindern stattfinden, ergänzt Enno Weidt.

Informationen über die genauen Uhrzeiten sind auf den jeweiligen Homepages oder in den Schaukästen zu finden. Außerdem informieren die Pfarrer die Besucher in den kommenden Gottesdiensten. Eines ist allen drei Pfarrern wichtig. Weihnachten "so normal wie möglich" zu feiern, sagt Pfarrer Weidt.

Forchheim: Die Platzkarten sind kostenlos und über folgende Wege zu erhalten

St. Martin: Karten gibt es über das jeweilige Pfarrbüro oder im Anschluss an die Adventsgottesdienste persönlich für alle Gemeinden ohne Büro.

St. Johannis: Am 2. und 3. Advent werden die Karten im Freien vor der Kirche vergeben, Übrige von da an im Pfarrbüro.

Christuskirche: Karten gibt es im Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus, im Lebensmittelmarkt Fröscher Markt, im Pfarrbüro und bei den Mesnern.

Draußen, im Auto und mit Feuerschale: Ein Blick in die Gemeinden des Landkreises

Die Umstände lässt einige Kirchengemeinden im Landkreis in der Planung für Weihnachtsgottesdienste kreativ werden, wie einige Beispiele zeigen.

Burkhard Farrenkopf, Seelsorger der Burg Feuerstein in Ebermannstadt, hofft vor allem, dass man die Weihnachtsgottesdienste mit den Besuchern in Präsenz halten könne. Dabei sollen die örtlichen Gegebenheiten des Feuersteins mit einem weitläufigen Burghof genutzt werden. "Wenn möglich, sollen die Christmette und die Kindermette im Freien stattfinden."

Für die Kinder und Familien, die in diesem Jahr nicht in die Kirche kommen können oder wollen, soll an Heiligabend auch ein Gottesdienstangebot im Internet zu finden sein. "Damit sie daheim oder dort, wo sie Weihnachten feiern, einen Impuls haben", so Farrenkopf.

"Weihnachten heißt in diesem Jahr vielleicht einfach, sich eine dicke Jacke mitzunehmen", zeigt er sich optimistisch.

Auch in Wannbach möchte man nach draußen ausweichen, da die Kirche zu klein für viele Besucher wäre. An Heiligabend soll am späten Nachmittag ein Gottesdienst mit Feuerschalen stattfinden. Länge: Maximal 45 Minuten, sagt Pfarrer Matthias Haag, da nicht bestuhlt werde.

Für Hetzelsdorf gelte gleiches, der Gottesdienst soll auf dem Schlosshof in Hagenbach stattfinden. In der Hetzelsdorfer Matthäuskirche soll außerdem zu späterer Stunde eine stille, heilige Nacht mit Kerzen stattfinden.

Digitaler Adventskalender

In Planung sei zudem ein digitaler Adventskalender. Kinder, Konfirmanden, Senioren und weitere Personen aus der Gemeinde sollen in Kurzfilmen verschiedene Inhalte präsentieren, zählt Haag auf. Es könne alles dabei sein, von Gesang über das Plätzchenrezept bis hin zur Erzählung, wie Weihnachten nach dem Krieg gefeiert wurde. Weihnachten soll nicht ausfallen."

Eine nachmittägliche Wiesenweihnacht auf einer Obstbaumwiese unweit der Kirche ist in Hetzles in Planung. Eine Feuerschale soll Wärme spenden, während mit dem nötigen Abstand Kinder vorne die Weihnachtsgeschichte pantomimisch darstellen, sagt Gemeindereferent Horst Schmitt. Denn an Heiligabend sei die Kirche üblicherweise mit rund 300 Leuten gefüllt - dieses Jahr nicht möglich.

Da die Kirche in Dormitz gerade wegen Sanierung geschlossen ist, findet dort stattdessen eine Christmette auf dem Edeka-Parkplatz statt, sagt Schmitt. Wer will, dürfe auch im Auto bleiben und so teilnehmen.