Die Forchheimer Mayer-Franken-Lebert-Stiftung vergibt Stipendien für Studierende. Oder besser, sie vergab Stipendien. 2017 können jedoch keine Gelder verteilt werden. Der Grund: es gibt keinen erwirtschafteten Überschuss und es müsste das Kapital angegangen werden. Diese Erkenntnis wurde bereits im Stiftungsausschuss im Oktober kommuniziert. Das Problem liegt daran, das die bisherigen Wertpapiere ausgelaufen sind und die neuen Konditionen einen sehr geringen Ertrag bringen würden. Nun steht die Frage im Raum, wie und wo angelegt werden soll.


Gedanken zum Thema gemacht

Im Nachgang zu dem Artikel über diese Sitzung des Stiftungsausschusses hat sich FT-Leser Hans Burkard viele Gedanken gemacht. Er arbeitete Anlagemöglichkeiten aus und belegte diese mit Links und Statistiken. Sein Vorschlag: am besten in Siemensaktien investieren. Diese seien unter den stabilsten und sichersten der Welt.

Schließlich sendete er seine Recherchen an die Stadt Forchheim. Wochenlang passierte nichts. Die einzige Antwort, die er erhielt, so Burkhard, sei gewesen, dass die Nachricht an entsprechende Stellen weitergeleitet werde.
"Mit Bedauern nahm ich zur Kenntnis, dass hier der Stiftungsausschuss seine Pflichten wegen Untätigkeit wohl höchst und grob fahrlässig verletzt", schreibt er in seinem Brief an die Stadt. Zudem sagt er, man bekomme den Eindruck, der Stiftungsausschuss sei mit Laien besetzt.

Die Stadt Forchheim erklärt dazu, dass es keine ausgewiesenen Finanzexperten seien, die im Stiftungsausschuss sitzen, sondern es sich um die "normalen" Stadträte handle. Deshalb sei auch ein Beschluss gefasst worden, in dem stand, dass fachliche Beratung eingeholt werden soll. Damit wurde die Verwaltung in der angesprochenen Oktober-Sitzung beauftragt.

Britta Kaiser, Pressesprecherin der Stadt Forchheim, sagt, dass die Vorgabe des Beschlusses nun bearbeitet werde. Aktuell prüfe man die Möglichkeiten zum weiteren Vorgehen.


Königsweg ist nicht zu finden

Wörtlich lautet der Auftrag vom Oktober: "Die Verwaltung schlägt vor, dass durch den Stadtrat zunächst eine grundsätzliche Zustimmung zu Anlageformen mit Wertschwankungen und dementsprechenden Risiken ausgesprochen werden möge." Die Verwaltung solle dann Informationen einholen, welche Anlageformen für Stiftungen in Frage kommen könnten. "Ein Königsweg in Sachen Geldanlage drängt sich der Verwaltung derzeit nicht auf", heißt es in dem Beschluss weiter, "derzeit besteht die Idee, sich Informationen zu speziell für Stiftungen optimierten Fonds geben zu lassen. Aus Sicht der Verwaltung sollten solche Fonds jährlich Erträge ausschütten und in ihrer Anlagestrategie einen möglichst konstanten Wertzuwachs verankert haben."

Der Kämmerer arbeite daran, dieses umzusetzen, genaueres über den aktuellen Stand könne man aber nicht sagen, erklärt Kaiser. Vom Vorschlag von Hans Burkard ist in der Stellungnahme der Stadt nicht die Rede.

Hans Burkard formulierte indes in seiner Nachricht an die Stadt zudem den Wunsch, man möge sich bitte darum kümmern, dass die Stiftung ihren Zweck erfüllen könne und es dann im kommenden Jahr auch wieder Stipendien gebe.

Ob es im nächsten Jahr also ein Stipendium gibt? "Das kann noch nicht vorausgesagt werden. Um zu klären, wie nächstes Jahr verfahren wird, wäre eine neue Einzelfall-Entscheidung der Stiftung je nach Ertragslage notwendig", sagt Britta Kaiser und wagt eine Prognose: "Eventuell wäre es denkbar, dass die Stiftung auch aus Rücklagen Stipendien ausreicht, so lange sie dafür nicht ihr Grundstockvermögen angreifen muss. Sollte es gelingen, eine passende Anlageform zu finden, dann würde sich das auch erübrigen."