"Wir sind ehrliche Leute und mit unserem Land verbunden. Dass man im Augenblick so mit dem Finger auf uns Landwirte zeigt, damit habe ich im Moment zu hadern", sagte Kreisbäuerin Rosi Kraus mit tränenerstickter Stimme auf dem Landfrauentag in Heroldsbach. Gerührt hatten sie die persönlichen Worte der stellvertretenden Bezirksbäuerin Beate Opel, die für die eigentliche Referentin, Landesrätin Maria Hochgruber-Künzer aus Südtirol, eingesprungen war. Beate Opel hatte den Landfrauen zugerufen: "Seid stolz auf Euch, habt Selbstwertgefühl und haltet zusammen!" Sie hatte Rosi Kraus für ihr "unheimlich großes Herz" gelobt und den Landfrauen klargemacht, dass niemand das Recht habe, mit dem Finger auf sie zu zeigen: "Wir machen ehrliche Arbeit und bearbeiten den Boden nicht nur, sondern sprechen mit ihm." Für sie sei es beschämend, dass die Gesellschaft die Arbeit der Landwirte nicht wertschätze, sondern dass sich im Gegenteil viele das Recht herausnehmen würden zu behaupten, dass Landwirte alles falsch machen würden. "Ich hoffe nicht, dass es irgendwann einmal keinen mehr von uns gibt und nur noch Lebensmittel aus dem Ausland gegessen werden", fasste Beate Opel zusammen.

Rosi Kraus trug in ihrer Rede den Slogan einer Discounter-Kette vor: "Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten!" Damit wollte sie die mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel und auch für die Landwirte darstellen: "So ist es kein Wunder, dass wir Landwirte immer weniger für unsere Lebensmittel bekommen, die wir aber unter höchsten Qualitätsanforderungen und mit immer mehr Auflagen produzieren müssen." Sie wies darauf hin, dass nur noch zwei Prozent der Bevölkerung Landwirte seien, dass diese Nahrungsmittel produzieren, die Kulturlandschaft pflegen und durch ihren Wald Klimaschutz betreiben. Doch seit dem Volksbegehren "sind wir Landwirte es, die alleine für Wasser-, Boden- und Umweltverschmutzung verantwortlich gemacht werden", prangerte Rosi Kraus an. Sie forderte mehr Respekt für die Arbeit der Landwirte und beendete ihre Rede mit dem Spruch: "Niemand darf es je vergessen, Bauern sorgen für das Essen. Und nur vom Naturschutz wird man nicht satt."

Danach wurden Landrat Hermann Ulm (CSU), Bürgermeister Edgar Büttner (SPD), Dekan Günther Werner, Landtagsabgeordneter Michael Hofmann (CSU) und Landtagsabgeordneter Sebastian Körber (FDP) auf die Bühne geladen, um Fragen zu beantworten. Sie sollten zum Beispiel beantworten, wie sie die Region gestalten. Dekan Werner macht das im Team und mit einem neu installierten Quartiersmanagement. Hermann Ulm sieht das als Aufgabe der Kommunalpolitik, aber auch jedes Bürgers, in dem dieser beispielsweise regionale Produkte einkauft. Sebastian Körber sieht das über die Gesetzgebung und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen. Und Michael Hofmann will die Menschen wieder zusammenbringen, Bewusstsein und Respekt füreinander fördern und wünscht sich, dass Menschen mit offenen Augen durch die Natur gehen. Nachdem noch einige Schätzfragen beantwortet werden mussten, durften die Herren mit Scheren, Kleber, Dekomaterial und Stiften bewaffnet Jeanshosen designen. Diese wurden bei der anschließenden Modenschau von Models präsentiert. Die Gäste erfuhren hier viel aus dem Leben von Levi Strauss und dem Wandel der Jeans von einer ursprünglichen Arbeitshose hin zu einem modischen Kleidungsstück. Der Landfrauenchor des Bayerischen Bauernverbandes gab nicht nur Lieder zum Besten, sondern stellte auch Kaffee und Kuchen bereit. Nach den Schlussworten der stellvertretenden Kreisbäuerin Christine Werner waren die Landfrauen begeistert vom schönen Nachmittag. "Ja, ich komme immer gern hierher, weil das hier wirklich schön ist. Das Programm ist klasse und man kann sich so gut austauschen", meinte Besucherin Rosi Kaul. Sie freut sich schon auf das nächste Jahr.