Bei herrlichstem Herbstwetter wurde die Kuchenmühle im Aufseßtal zum achten Mal am vergangenen Samstag zum Mekka der Oldtimerfans aus der gesamten Region. Vor allem wohl wegen des guten Wetters kamen diesmal so viele "Oldtimerkapitäne" wie nie zuvor. Werbung dafür muss Roman Hohmann, der Wirt der Kuchenmühle, dafür nicht mehr groß machen. Das Oldtimertreffen hat sich in der Szene längst herumgesprochen und etabliert.

Auch diesmal waren wieder sehr seltene und einzigartige Karossen zu der Kuchenmühle gekommen. So zum Beispiel erstmals dabei Udo Maly aus Wölfersheim im Röhn-Grabfeld Kreis. Er kam mit einer "betagten Dame namens Edna" die 1,5 Tonnen wiegt und aus Neuseeland stammt. Gebaut wurde der Hudson 112-Saloon mit Baujahr 1938, der einzige dieses Fabrikats , das heute in Deutschland zugelassen ist, in Detroit den USA. Weil die 80 PS starke Oldtimer-Limousine dann aber nach Neuseeland exportiert wurde, ist sie der einzige Hudson weltweit als Rechtslenker.

Zwei begeisterte Oldimer-Freundinnen aus Aachen, Jutta und Renate, kauften den Hudson in Westport Ende der 1990er Jahre von Edna Henson ab und ließen ihn mit einem Frachtschiff, das normalerweise Kiwis und Äpfel nach Deutschland exportiert, nach Hamburg verschiffen.

Udo Maly kam dann wie die Jungfrau zum Kind zu dem Fahrzeug. Eigentlich wollte er einen anderen Oldtimer kaufen, sah dann aber den Hudson und war begeistert. Ein ganzes Jahr lang hat es dann gedauert bis er das Fahrzeug restauriert hatte. Es musste auch neu lackiert werden. Möglichst mit dem gleichen Farbton wie im Originalzustand, was gar nicht so einfach war.

Heute sieht der Hudson, der tadellos läuft und bis zu 150 Stundenkilometer schnell ist, aus wie frisch aus der Fabrik. Durch Mundpropaganda von Oldtimerkollegen hatte Maly von dem Treffen bei der Kuchenmühle erfahren. Er ist begeistert von dem Treffpunkt und will wiederkommen.

Mit Erstzulassung 1978 ist der Opel Aero Kadett von Claus-Dieter Vogel aus Eckersdorf zwar bei weitem noch nicht so alt wie Malys Hudson. Dafür heute aber auch sehr selten da der Kadett Aero von der Firma Baur-Karosserie nach den Plänen von Erich Bittner im Auftrag von Opel in der Zeit von Mai 1976 bis Mai 1978 nur 1346 mal gebaut wurde.

1242 Stück davon wurden einst über das Händlernetz von Opel in Deutschland verkauft. Seit 1988 ist der heute 48-jährige Vogel nun schon im Besitz des seltenen Kadetts. Es war sein ertes Auto als er damals mit 18 Jahren den Führerschein gemacht hatte. An seinem Opel, den er natürlich restauriert hat, ist noch alles original. Vom Opel-Radio Le-Mans-Super über das abnehmbare Targa-Dach bis hin zu den geschmiedeten Fuchsfelgen, die eine absolute Besonderheit sind.

Alleine diese Felgen kosteten damals schon 800 Mark, was einem Monatslohn eines durchschnittlichen Arbeiters entsprach. Damals, als Vogel den Wagen gekauft hatte, prophezeite man ihm, dass er damit nicht lange fahren darf, weil er noch keinen Katalysator hat. Heute hat er ein H-Nummernschild und darf überall fahren.

Ein Stammgast beim Oldtimertreffen in der Kuchenmühle hingegen ist Hans Petz aus Ebermannstadt. Nur einmal, als schlechtes Wetter war, war er nicht dabei.

Diesmal kam der Oldtimersammler mit seinem Chevrolet Monte Carlo der 1979 in den USA gebaut wurde und der 180 PS unter der Haube hat. 180 Stundenkilometer schnell ist der Chevrolet, der seit 33 Jahren im Besitz von Petz ist. Alles ist noch im Originalzustand, nur einmal musste das Fahrzeug komplett neu lackiert werden, da es verkratzt wurde.

Das Treffen in der Kuchenmühle findet Petz wunderbar, vor allem auch weil so viele verschiedene Oldtimer zu bestaunen sind.

"Zündapp" ist eigentlich ein Begriff für Zweiräder made in Nürnberg. Dass Zündapp aber auch Autos gebaut hat, wissen die Wenigsten. Das dies so ist stellen Brigitte und Werner Krause aus Forchheim unter Beweis, die mit ihrem Zündapp Janus 250 angereist sind.

Der 14 PS starke Wagen, der bis zu fünf Sitzplätze bietet, wurde 1958 in Nürnberg gebaut und läuft Spitze 80 Stundenkilometer. Er hat zwei Türen, eine hinten und eine vorne und entgegengesetzte Fahrgastbänke.

6900 Stück wurden davon einst gebaut. Im Vergleich: Die Isetta von BMW wurde 160.000 mal gebaut.

"Das Auto war aber ein Flop, weil es zu spät auf den Markt kam", sagt Werner Krause, der auch fast jedes Jahr beim Treffen in der Kuchenmühle dabei ist.

Viele weitere historische Fahrzeuge gibt es noch zu bestaunen. Wie der BMW 502 "Barockengel" mit Baujahr 1962 und 160 PS mit einem V8 Motor, der heute Kfz-Meister Karlheinz Wunder aus Marktrodach gehört. Gebaut wurden damals davon nur 1323 Stück und aktuell in Deutschland zugelassen sind davon nur noch 43 Stück. Der "Barockengel" war das erste Auto, das BMW mit einem 8-Zylindermotor gebaut hat. Oder "Die Frankenente", aber auch einige historische Motorräder, wie das BMW R 75 Wehrmachtsgespann , das Peter Kraus liebevoll restauriert hat.