Die Gemeinden im Landkreis Forchheim haben am Volkstrauertag auf eine Feierstunde mit den Vereinen an den Ehrenmalen der Opfer der beiden Weltkriege aufgrund der Corona-Pandemie verzichtet. Es wurden in den Kirchen Gottesdienste unter den gültigen Schutzmaßnahmen abgehalten und im kleinsten Kreis Kränze an den Ehrenmalen niedergelegt.

So fanden etwa in der kleinsten Gemeinde des Landkreises Forchheim, Unterleinleiter, Gottesdienste zum Gedenken der Opfer beider Weltkriege in der katholischen Kirche St. Peter und Paul und der evangelischen Bartholomäus-Kirche streng nach den Corona-Schutzbestimmungen statt. Zur heiligen Messe in der katholischen Kirche kamen etwa 50 Gläubige. Mehr waren wegen der Auflagen auch nicht zugelassen.

Auf eine Kranzniederlegung zum Gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt, die gleichzeitig an die Versöhnung der Völker erinnern und an den Frieden mahnen sollte, wollten Bürgermeister Alwin Gebhardt (DWV) und sein Amtsvorgänger Gerhard Riediger (NWG) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Feuerwehr Unterleinleiter aber nicht verzichten. Auch der Kanonier der Feuerwehr, Josef Leisner, gab wie gewohnt mit der schon historischen Feuerwehrkanone, wie es seit 100 Jahren Brauch ist, drei Kanonenschläge in sicherer Entfernung ab, im Beisein von Böllerschütze und Gemeinderat Thomas Preller (FWG).

Was wegen Corona diesmal fehlte, waren die Abordnungen der Vereine, die Bläser der Blaskapelle und des Bläserchors und die Sängerinnen des Kirchenchors sowie das Spalier der Feuerwehrleute. Nur insgesamt sieben Menschen, die an den Gräbern ihrer Verstorbenen standen, verfolgten am Friedhof die Kranzniederlegung der beiden Kränze der Gemeinde und der Feuerwehr.

Laut Bürgermeister Gebhardt stand die Veranstaltung auf dem Friedhof ganz im Zeichen des Kriegsendes vor 75 Jahren mit der darauf folgenden Geschichte vom Kalten Krieg bis hin zum "friedlichen und vereinten Europa", welches nun vor neuen Herausforderungen stehe.

Erinnerung in Reuth

An die Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewaltherrschaft wurde auch in Reuth erinnert. Auch hier wurde auf eine Gedenkveranstaltung mit Ansprachen, Fahnenabordnungen der Ortsvereine, dem Ehrenzug der Reservisten sowie musikalische Umrahmung verzichtet. Nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, den Pater Bernhard Kuhn (SdB) zelebrierte, legten der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft, Manfred Leisner, und Bernhard Dötzer, Vorstandsmitglied der Soldatenkameradschaft, einen Kranz am Ehrenmal am Reuther Friedhof nieder. Sie gedachten in einer Schweigeminute der gefallenen Soldaten der seinerzeit noch eigenständigen Gemeinde Reuth. Den Reuther Kameraden war es gerade in diesen Zeiten, in denen sich vieles nur noch um Corona dreht, wichtig, diesen bedeutsamen Tag in Würde und Eintracht zu begehen.