Es gibt sehr kleine, buschige, mannshohe, krummgewachsene Bäume oder echte Bilderbuchtannen. "Für jeden Baum gibt es den richtigen Interessenten", sagt Christian Mauser, der Jahr für Jahr am Poppendorfer Ortsrand Tannen für das Weihnachtsfest hobbymäßig anbaut und verkauft. Ab Dezember kann man diese dort reservieren, kurz vor dem Fest wird der Baum dann zum Abholen geschlagen. "Heuer mit eigener Säge", sagt Mauser mit Hinblick auf sein Hygienekonzept.

Seit rund 30 Jahren gibt es "Mauser's Weihnachtsbaumverkauf" schon, bereits in zweiter Generation. Um einen ebenmäßigen Baum zu bekommen, müsse man ihn regelmäßig in Form schneiden, sagt Mauser. "Man muss schon was dafür tun." Einige Bäume beispielsweise haben einen langen Haupttrieb, den sogenannten Terminaltrieb. Dieser wachse einfach weiter, wenn man den Baum nicht mechanisch im Frühjahr einkürze.

Weihnachten: Eine schöne Tanne muss das Jahr über in Form geschnitten werden

In Deutschland sei überdies nur das mechanische Einkürzen erlaubt. In den restlichen europäischen Ländern werden die Bäume mit Hormonen behandelt, erzählt Mauser. Er benutzt weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel, es sind also Bio-Bäume.

Heiße Sommermonate machen den Tannen wenig aus, sagt der Poppendorfer. "Im Normalfall haben nur junge Bäume Probleme mit der Trockenheit, weil die Wurzeln noch nicht fest sind", sagt er. Wegen des Klimawandels habe er sich dennoch dazu entschieden, keine neuen Bäume mehr zu pflanzen, sondern den Bestand in den kommenden drei bis fünf Jahren zu verkaufen.

Rot-, Blaufichten und Nordmanntannen wachsen in Reihen auf dem Areal. Welche Bäume in der Region gut gedeihen, sei auch eine Frage des Bodens. Der Korea-Tanne beispielsweise - ein intensiv duftender Baum mit kleinen Zapfen -, von denen Mauser zwar auch ein paar hat, fehle hier Magnesium im Boden.

Die Lagerung ist wichtig

Die Bäume, die Thomas Kormann wiederum in seinem gleichnamigen Hofladen in Moggast verkauft, sind zwar nicht vor Ort angebaut, kommen aber von nicht weit her, aus einer kleinen Baumschule im Raum Bamberg. In der Woche vor dem zweiten Advent werden sie geschlagen und anschließend wieder ausgepackt in der Scheune gelagert, erzählt er.

Denn wie ein Baum gelagert wird, könne große Auswirkungen auf die Qualität haben. Wenn die geschlagenen Bäume über Wochen vor dem Verkauf auf einem Haufen liegen, erwärmen sie sich. "Gleichzeitig kann man nicht sagen, dass ein Baum, der nach einer Woche nadelt, nicht frisch ist", sagt Kormann, auch Boden- und Wetterverhältnisse im Jahr spielen mit rein. "Es ist eben ein Naturprodukt." Kormann rät für einen frischen Baum zum Fest deshalb, den Baum in frostfreien Nächten möglichst draußen zu lagern und ihn dann erst für einen Tag in einen etwas wärmeren Raum zu stellen.

Die Natur entscheidet

Wer so viele unterschiedliche Tannen direkt vor der Haustür hat, ist vielleicht gewillt, sich gleich selbst ein Prachtexemplar zu sichern. Nicht so bei Anbauer Christian Mauser. "Wir nehmen immer einen, der übrig geblieben ist", sagt er. Das seien ohnehin die schönsten Bäume, so wie die Natur sie gemacht habe.