Für Stephan Fabi dürfte es am Donnerstag ein unangenehmer Gang in den Stadtrat gewesen sein. Der Architekt aus Regensburg musste den Räten eine "Baukostenänderung" von knapp 2,5 Millionen Euro verklickern.

Die Forchheimer Kommunalpolitiker reagierten verwundert und verärgert über die "Kostenanpassung". Stephan Fabi verdeutlichte jedoch, dass viele der Preissteigerungen unvermeidlich seien. Etwa weil 41 Auflagen des Landesamtes für Denkmalpflege berücksichtigt werden müssen. Der Architekt sprach von einem "Spagat zwischen historischer Bausubstanz und historischer Nutzung".

Sondersitzung am 5. Oktober

Alleine die Belüftung des Sandsteingemäuers ist kostspielig. Daher wird nun beispielsweise auch der "Schauraum" im Keller einem zusätzlichen Technikraum geopfert. Der größte Brocken der zusätzlichen Kosten entfällt auf die neuerlichen archäologischen Grabungen. In einigen Räumen des Kellers müsse tiefer gegraben werden. Etwa eine weitere Million Euro muss die Stadt in das Interesse der Archäologie investieren.

Claudia Stumpf, die am Bauamt für die Leitung der Rathaussanierung verantwortlich ist, erinnerte daran, dass "immer noch" 85 Prozent der Kosten bezuschusst würden. Wie mit der Kostensteigerung umgegangen werden soll, das will der Stadtrat bei einer Sondersitzung am 5. Oktober klären.

Vermutlich werden sich der Architekt und die Bauleiterin dann erneut einiges anhören müssen. Hans-Werner Eisen (CSU) kündigte "detaillierte Fragen" an. Bereit am Donnerstag machte er aber seinem Unmut Luft: "Seit Anfang des Jahres habe ich immer wieder nach den Zahlen gefragt. Warum erfahren wir von den 2,5 Millionen Euro erst heute?" Offenbar seien wichtige Kosten gar nicht eingeplant worden. Eisen protestierte auch gegen die Absicht des Architekten, die "Außenanlagen" des Rathauses als gesondertes Projekt laufen zu lassen. "Das ist kein guter Stil, wir müssen das Bauwerk als Ganzes sehen."

Auch Sebastian Körber (FDP) war verärgert über die Kostenberechnung. Wenn beispielsweise der Preis für die Kunst am Bau, die ja gesetzlich verpflichtend sei (ein Prozent der Gesamtkosten) nicht einberechnet worden sei, oder 300 000 Euro für das Facilitymanagement vergessen worden seien, dann sei das "nur noch abenteuerlich", meinte der FDP-Rat. "Die Baukosten werden sich nahezu verdoppeln. Ich bin bitter enttäuscht."

REP-Rat Franz Noffke empfand die jüngste Kostenschätzung als "beängstigend". Möglicherweise würden die Kosten auf 30 Millionen Euro steigen. Leider, sagte Architekt Fabi, gebe es keine Garantien; weder was das Ende der Bauzeit (geplant Dezember 2023), noch was die Kosten der archäologischen Grabungen betreffe. "Es gibt kostenträchtige Funde und noch ist nur die Hälfte befundet."

Wie sei es möglich, obligatorische Kosten in der Planung zu vergessen, fragte Manfred Hümmer (FW) : "Ich wundere mich nur." Um weitere Überraschungen in Grenzen zu halten, forderte Hümmer, "umgehend eine Kostenschätzung für die Außenanlagen" in die Planung einfließen zu lassen.

Thomas Werner (CSU) sah die Kritik an der Planung im Zusammenhang mit der "personellen Schwäche im Bauamt." Werner forderte einen "anderen Mitarbeiter für die Bauleitung". Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) betonte, dass er an der Person von Claudia Stumpf als Projektleiterin festhalten werde; über eine Vertretung denke er jedoch nach.