Seit Montag gelten strengere Regeln - alles mit dem Ziel, die Gesundheit der Bürger zu schützen. Mit Erfolg? So sieht es derzeit aus am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz:

Wie viel Kapazitäten sind aktuell belegt, wie schaut es mit den Intensivbetten aus?

Laut der Sprecherin des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, Franka Struve, sei die Bettenbelegung eine Momentaufnahme und könne sich jederzeit schnell ändern.

Wie dem bundesweiten Intensivregister Divi zu entnehmen ist, ist derzeit nur ein Intensivbett des Klinikums frei (Stand 12. Januar, 16 Uhr). Vier von diesen Patienten leiden den Angaben nach an Covid-19, alle müssen beatmet werden. Dazu Struve: "Für Notfälle, welche versorgt oder verlegt werden müssen, stehen auch kurzfristig Kapazitäten übergangsweise zur Verfügung". Insgesamt seien von den 225 Betten etwa 60 bis 70 Prozent belegt.

Es gibt Berichte aus deutschen Kliniken, dass auch infizierte Mitarbeiter zum Dienst antreten? Auch in Forchheim?

Von den etwa 1000 Mitarbeitern des Klinikums sind derzeit etwa zehn an Covid-19 erkrankt beziehungsweise einige davon seien als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne, teilt Klinik-Sprecherin Franka Struve mit. Sie betont: Mitarbeiter, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, müssten sich in Quarantäne begeben und dürften nicht arbeiten.

Sind die Mitarbeitenden der Kliniken schon alle geimpft worden?

Die Impfbereitschaft sei groß, so Struve. Ein Teil der Belegschaft ist bereits geimpft worden, etwa die Impfwilligen der Risikobereiche (Notaufnahme, Intensivstation, OP, Corona-Isolierstation und Altenpflege).

Mittels der sogenannten Triage wird im Notfall entschieden, welcher Patient lebensrettende Maßnahmen bei Überlastung erfährt. War dieses Verfahren bei uns schon in Anwendung?

Dies musste laut Franka Struve an der Klinik Forchheim-Fränkische Schweiz noch nicht angewendet werden.

Wie will die Klinik von den Erfahrungen der ersten großen Welle im Frühjahr profitieren?

Franka Struve: "Wir wissen mehr über die Behandlungsdauer, welche Maßnahmen erfolgreich waren. So hat sich die Bauchlagerung von Covid-19 Patienten als hilfreich erwiesen. Zudem sind wir maschinell besser ausgestattet." Zudem ließen sich laut Struve leichte und schwere Verläufe besser einschätzen. Schließlich seien die Daten im Divi-Intensivregister eingepflegt, die Vernetzung mit benachbarten Kliniken verschiedener Versorgungsstufen sei sehr gut und die die Lieferketten für Schutzmaterial etc. hätten den Stresstest bestanden.

Das Gesundheitsministerium will über den Pflegepool Freiwillige an die Kliniken holen. Wie akut ist der Pflegekräftemangel im Landkreis und läuft das Programm auch hier?

Wie jedes Krankenhaus suche auch das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz Fachkräfte im Bereich der Pflege und Ärzte. "Aus dem Pflegepool Bayern ist bei uns aktuell keiner im Einsatz", so Struve.

Wie schaut es mit dem Normalbetrieb aus, finden derzeit noch "normale" Operationen statt?

Es werden primär Operationen verschoben, welche möglicherweise einer intensivmedizinischen postoperativen Überwachung bedürfen.

Was müssen Patienten und Besucher des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz derzeit beachten?

Lebenspartner von Sterbenden und werdende Väter sind von dem absoluten Besuchsverbot ausgenommen, heißt es vom Klinikum. Beim Betreten des Klinikgebäudes müssten demnach die Hände desinfiziert und ein Fragebogen zur Ermittlung des Infektionsrisikos bei der Schwangeren und Begleitperson ausgefüllt werden.

Die Begleitperson muss eine FFP2-Maske mitbringen und tragen, auch wenn der Corona Schnelltest (wird bei Aufnahme durchgeführt) negativ ist.

Die Anwesenheit einer gesunden Begleitperson während der Geburt sei möglich - und sinnvoll, so Struve. Der Vater (beziehungsweise eine feste Bezugsperson) darf einmal täglich zu Besuch kommen. Vor dem Besuch wird ein Corona-Schnelltest in der Teststation durchgeführt. Die Dauer des Besuches ist nicht festgelegt. Geschwisterkinder oder andere Angehörige sind nicht erlaubt.