Im Haus der Generationen verbringen viele Neunkirchner Jugendliche des Clubs Appendix seit Mai 2014 ihre Freizeit. Aber auch die Senioren halten dort ihre Veranstaltungen ab. In die Quere gekommen sind sie sich dabei zwar nie. Trotzdem möchten die Jugendlichen die Räume in der Von-Hirschberg-Straße 10 am liebsten verlassen. "Hier können wir nur ,Jugendarbeit light' anbieten", sagt Stefanie Geist, die Jugendbeauftragte der Gemeinde. Sie ist die zuständige Verantwortliche des Jugendclubs Appendix.

Die Lage mitten im Ort und in direkter Nachbarschaft zu einem Pflegeheim verhindere es laut Geist, "einfach mal laut sein zu können". Veranstaltungen müssten um spätestens 21.30 Uhr enden, die Außenanlagen könnten ferner nur beschränkt genutzt und Alkohol dürfe auch nicht getrunken werden. Eine Ausschanklizenz wurde erst gar nicht beantragt, da noch vor Einzug eine Betreibervereinbarung mit dem Markt geschlossen wurde. Weder die Marktgemeinde noch die Jugendlichen wollten sich Ärger einhandeln.

"Aus Rücksicht auf die Nachbarn haben wir keine Veranstaltungen, die jemanden stören könnten, ins Leben gerufen", erklärt Geist.

Sie glaubt, dass aber aus gerade diesen Gründen der Jugendtreff für viele einfach auch unattraktiv geworden ist. Dabei seien gerade die Faschingsfeiern nach dem Umzug am Faschingsdienstag legendär gewesen. Im Haus der Generationen fanden diese dann aber nicht mehr statt. Aus genannten Gründen. Ü16-Partys sind auch nicht mehr drin.


Zurück zum alten Standort

Nun läuft der Mietvertrag aus - und Appendix hofft nicht auf eine Verlängerung. "Wir möchten eine Veränderung", erklärt die Jugendbeauftragte.

Ein neuer Standort soll mehr Freiheiten bei den Öffnungszeiten, Musikgenuss oder Alkoholkonsum im Rahmen. Natürlich alles im Rahmen der Bestimmungen. Das alles würde für ein Zurück zum alten Standort "Zu den Heuwiesen" bedeuten.

"Dort haben wir niemanden gestört und auch der Multifunktionsplatz ist nebenan. Wie würden gern dorthin zurück gehen", sagt Geist. Gerade am Multifunktionsplatz würde derzeit unkontrolliert Alkohol getrunken. Die Verantwortlichen des offenen Jugendtreffs erhoffen sich, dem mit dem neuen alten Standort entgegenwirken zu können. "Wir würden den Alkohol kontrolliert ausgeben und hätten diese Jugendliche im Blick", erklärt Geist.

Dass sich die Interessen der Jugendlichen regelmäßig ändern, ist den Vereinsmitgliedern klar. Auf die jeweiligen Bedürfnisse versuchten die Verantwortlichen aber schon immer einzugehen. "Wir versuchen mit neuen Spielen die Interessen der Jugendlichen aufzufangen und abzudecken", erklärt Geist.


Die Gemeinde entscheidet

Bei den jüngeren Jugendlichen, den Acht- bis Zwölfjährigen, kam dies auch gut an. Doch die etwas Älteren konnten damit nicht mehr ins Haus gelockt werden. Dabei gehe es nicht nur um laute Musik. "Im Sommer abends draußen sitzen zu können. Auch darum geht es", sagt Geist. Wohin der offene Jugendtreff zieht, wird in der kommenden Sitzung des Gemeinderats noch nicht entschieden, aber die Wünsche der Jugendliche werden immerhin gehört. "Nachdem der offene Jugendtreff nicht in der Lage ist, selbstständig ein Gebäude zu halten, sind wir auf die Entscheidung von der Marktgemeinde angewiesen", erklärt Geist.