Schon beim Eintritt in die Langensendelbacher Grundschule roch es herrlich nach in Butterschmalz gebackenen Küchla. Küchla, das sind eine oberfränkische Spezialität, die früher bei keinem Fest fehlen durften und und schon Tage vor den eigentlichen Feierlichkeiten gemeinsam von den Frauen im Dorf gebacken worden sind.

Heute dagegen beherrschen immer weniger Mädchen das Backen der Küchla. Deshalb haben es sich die Frauen des Langensendelbacher Heimat- und Trachtenvereins um Gretl Fees, Betty Köhler und Marie Fuchs vor über zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, zweimal im Jahr diese kulinarische Kunstform an die jungen Generationen weiterzugeben.

Dieses Mal hatte sich unter die jungen Frauen sogar ein Mann gemischt: der 27-jährige Altenpfleger Oliver Stutz aus Eltersdorf.
Gemeinsam mit seiner aus Langensendelbach stammenden Verlobten Tanja war er gekommen, um sich in der Kunst des Küchlabackens unterrichten zu lassen. "Ich könnte mir auch gut vorstellen, zusammen mit den Senioren in dem Altenheim, in dem ich tätig bin, einen Kurs mit Küchla abzuhalten. Quasi quasi als Therapie", sagte der gelernte Koch.

Salz, Mehl und 15 Eier

Die jungen Teilnehmer waren mit großer Begeisterung bei der Sache und rührten zunächst unter den Blicken der drei Trachtendamen den Teig an.

Für den brauchten sie 200 Gramm Zucker, fünf Pfund Mehl, 15 Eier, zwei Stück Hefe, 300 Gramm Butter, vier Esslöffel Butaris, eine Prise Salz sowie etwas Milch. Gewissermaßen als i-Tüpfelchen, gab es noch einen Schuss Zwetschgenschnaps obendrauf. Lustig ging es in der Schulküche weiter.

Ballen aus Teig

Mit einem Löffel formten die Teilnehmer den Teig zu kleinen Bällchen. Diese kamen auf eine Holzplatte. Anschließend demonstrierten Gretl Fees, Betty Köhler und Marie Fuchs, wie die Teigballen ausgezogen werden.

Daher rührt auch der Name "Auszogne". Die "Auszognen" kommen in das in einer großen Fritteuse erhitzte Butterschmalz und werden in der Folge immer wieder mit heißem Fett übergossen. Daher bekommen die Küchla auch ihre herrlich goldbraune Farbe.

Für die Nachwuchsbäcker kam der langersehnte Augenblick, als die Küchla noch mit Puderzucker bestreut wur
den. Mit Stolz genossen die jungen Frauen und Oliver Stutz ihr kulinarisches Werk. Am Schluss ließen es sich die drei Frauen vom Heimat- und Trachtenverein ebenso schmecken.
Auch den Schulhausmeister Ludwig Wagner lockte der herrliche Duft an.